US Open
Wawrinka nach Halbfinal-Einzug: «Das war mental und körperlich eines der schwierigsten Matches»

Stan Wawrinka steht zum dritten Mal in den letzten vier Jahren im Halbfinal der US Open. Der Romand ringt Juan Martin Del Potro in vier Sätzen nieder und trifft jetzt auf Kei Nishikori. An den Japaner hat er nicht nur gute Erinnerungen.

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«Das war eine verrückte Atmosphäre», gestand Stan Wawrinka noch auf dem Court nach seinem Sieg. Tatsächlich sorgten die (wenigen) verbliebenen Zuschauer in der fast 24'000 Zuschauern fassenden Riesenschüssel für Gänsehaut-Stimmung. «Danke, dass ihr so lange geblieben seid», sagte Wawrinka.

Das Publikum war zwar in der Mehrheit nicht für den Schweizer, aber fair blieb es jederzeit und aufgrund der späten Spielzeit wurde das Arthur Ashe auch nicht zur Höhle des Löwens für Wawrinka. Aber die Liebe zu Del Potro war so gross, dass es den fast zwei Meter hohen «Turm von Tandil» vor dem letzten Game zu Tränen rührte.

Er hat es wieder geschafft: Stan Wawrinka zieht ins Halbfinal der US Open ein.
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Stan Wawrinka stand schon 2013 und im letzten Jahr im Halbfinal.
Der 31-jährige Waadtländer gewann seinen Viertelfinal um 1.20 Uhr morgens New Yorker Zeit gegen Juan Martin Del Potro 7:6 (7:5), 4:6, 6:3, 6:2.
Stan Wawrinka ist nach dem Sieg glücklich - und sichtlich erleichtert.

Er hat es wieder geschafft: Stan Wawrinka zieht ins Halbfinal der US Open ein.

AP/Seth Wenig

«Vielleicht verliere ich dann trotzdem, aber ich habe alles gegeben»

Wawrinka spürte dies natürlich auch: «Es war eines der schwierigsten Matches für mich. Mental wie auch körperlich.» Die Weltnummer 3 war insbesondere nach dem verlorenen zweiten Satz gefordert. «Das war nicht einfach. Ich versuchte ihn danach auf der Rückhand zu halten, aber es war schwierig.»

Trotzdem gelang dem zweifachen Grand-Slam-Sieger der Turnaround. Und immer wieder kam seine Geste: Den Finger an die Stirn tippen. «Das zeigt, dass ich fokussiert bin und mich zum Limit pushe. Vielleicht verliere ich dann trotzdem, aber ich habe alles gegeben», erklärte Wawrinka danach seine berühmte Geste. Jetzt dürfte auch der letzte Gegner wissen: Bringt Wawrinka den Finger, dann wird es heiss.

So auch Kei Nishikori, der im Halbfinal wartet. Vor den Olympischen Spielen siegte der Japaner in Toronto in zwei Sätzen gegen den Schweizer. 2014 räumte er in einem epischen Fünfsätzer Wawrinka im Viertelfinal aus dem Weg. Aber eben. Wawrinka in Topform kann alle bezwingen.

Wie sieht er die Ausgangslage nach der Late-Night-Session? «Ich bin glücklich, dass Nishikori über fünf Sätze spielen musste und sicherlich auch müde sein wird.» Gross vorausblicken wollte er dann aber noch nicht auf den Halbfinal vom Freitag: «Jetzt muss ich erstmal ein bisschen schlafen.»