Australian Open
Wawrinka: «Konnte nicht mit vielen sprechen, aber Roger hat mich angerufen»

Nach seinem Coup am Australian Open beantwortete Stan Wawrinka Fragen der Journalisten. Er erzählte, wie er sich so gut auf den Final gegen Rafael Nadal vorbereiten konnte und was er als nächstes plant.

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Stanislas Wawrinka, haben Sie im Final gut gespielt?

Ich habe während einem Satz und einem Break mein bestes Tennis gespielt. Ich fühlte mich grossartig, bewegte mich gut und spielte aggressiv. Das war bei weitem mein bester Satz. Dann verletzte sich Nadal, und es war nicht einfach. Ich sah, wie schwierig es für ihn war, und er tat mir Leid. Aber das ist ein Final. Ich musste mich wieder auf mich konzentrieren um zu gewinnen.

Fühlen Sie sich wie auf einer Achterbahn-Fahrt?

Ja, es ist schon verrückt, was hier passiert. Ich habe nicht einmal davon geträumt, einmal ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. Die Tipps von Magnus (Trainer Norman - Red.) waren wichtig, denn er war selber einst in dieser Situation. Er sagte mir, es sei wichtig, nicht an das Resultat zu denken, sondern an die Art und Weise, wie ich spielen und wie ich jeden Punkt aufbauen wolle. Ich bin selber erstaunt, wie gut ich zu Beginn gespielt habe. Dann wurde ich wirklich nervös, als ich zu realisieren begann, dass ich ein Grand-Slam-Turnier gewinnen könnte.

Stanislas Wawrinka gewinnt die Australian Open
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Wawrinka scheint es kaum zu glauben
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Rafael Nadal zwickte es im Rücken
Nadals Schmerzen im Rücken
Schweizer Fans im Stadion in Melbourne

Stanislas Wawrinka gewinnt die Australian Open

Keystone

Was passierte in diesem schrecklichen Game, als Sie bei 4:2 im vierten Satz das Break kassierten?

Ich spielte nicht gut, weil ich auf Fehler von Nadal wartete. Ich dachte: 'Ok, verschlag den Ball, mach einen Fehler, denn sonst schaffe ich es nicht zu gewinnen.' Das war mein Fehler, doch dann spiele ich wieder zwei wirklich gute, aggressive Games.

Haben Sie schon von Roger Federer gehört?

Er ist ein grossartiger Spieler und ein grossartiger Freund, denn er will immer das Beste für mich. Ich habe noch nicht mit vielen Menschen gesprochen, aber meine Frau, meine Tochter, meine Schwester und Roger haben mich angerufen. Ich weiss, dass er wirklich, wirklich glücklich ist für mich.

Wawrinka: Die neue Weltnummer 3 und 2,65 Millionen US-Dollar auf dem Konto

Dank seines Triumphs in Melbourne wird Stanislas Wawrinka heute Montag im ATP-Ranking hinter Rafael Nadal und Novak Djokovic, die er auf dem Weg zu seinem grandiosen Triumph in Melbourne bezwungen hatte, auf Platz 3 klettern.

Dass er Roger Federer, der im Ranking auf Platz 8 zurückfällt, nach 13 Jahren als bestklassierten Schweizer Spieler ablösen würde, stand schon vor dem Final fest.

Stanislas Wawrinkas Bankkonto erhielt gestern jedenfalls reichlich Zuwachs: für seinen Sieg am Australian Open erhält er 2,65 Millionen US-Dollar.Die Reaktionen auf Wawrinkas Triumph waren durchwegs überschwänglich: Sein Coach Magnus Norman meinte: «Unglaublich. Ich bin sehr glücklich für ihn. Er ist ein Diamant, der ein wenig poliert werden musste. Wir brauchten Stans Selbstvertrauen etwas zu steigern, damit er in wichtigen Spielen mehr an sich glaubt und bei den entscheidenden Punkten eine bessere Strategie hat.»

Severin Lüthi, der Schweizer Davis-Cup-Captain, sagte: «Vor ein paar Jahren hätte das noch niemand gedacht. Jetzt wusste man, dass er praktisch jeden schlagen kann. Dass er dies nun geschafft hat, ist eine unglaubliche Leistung, wahnsinnig.»

Pete Sampras, der 14-fache Grand-Slam-Sieger, war ebenfalls voll des Lobs: «Stan hat den Sieg verdient. Er ist ein grossartiger Spieler, trifft die Bälle sehr gut und seine Rückhand, mein Gott, ich wünschte, ich hätte die gehabt.»

Was ist für Sie die grössere Überraschung: ein Grand-Slam-Turnier gewonnen zu haben oder neu die Nummer 3 der Welt zu sein?

Beides. Aber gewonnen zu haben, noch etwas mehr, denn man kann auch die Nummer 3 werden, ohne ein grosses Turnier gewonnen zu haben. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis ich realisiere, was ich erreicht habe. Aber ich habe Djokovic und Nadal geschlagen, also denke ich, dass ich diesen Sieg verdient habe.

Werden Sie immer noch zum Davis Cup nach Novi Sad reisen?

Natürlich. Vielleicht ist Ihnen das nicht ganz klar, aber der Davis Cup ist wirklich wichtig für mich. Es ist eine grosse Ehre, für mein Land zu spielen. Ich weiss noch nicht genau, wie ich da hinkomme und ob ich diese Nacht überlebe, aber ich werde da sein. (lacht)

Planen Sie eine grosse Feier heute Nacht?

"Ich weiss es nicht genau. Ich werde sicher mit meinem Team und meiner Familie feiern. Vielleicht einfach im Hotel. Schauen wir mal, wie viel Zeit ihr noch von mir beansprucht. Die Chance, dass ich heute Nacht etwas betrunken bin, ist gross, aber wir werden sehen."