Nach 3 Stunden und 9 Minuten verwertete Wawrinka mit seinem 26. Ass seinen ersten Matchball zum 6:7 (4:7), 6:4, 6:4, 6:4. Dem 29-jährigen Romand muss eine riesige Last von den Schultern gefallen sein. Auch am Sonntag kämpfte er zunächst mehr mit der Nervosität als mit seinem Gegner. Trotz - oder gerade wegen - fast 16'000 heissblütigen Fans in der Genfer Palexpo-Halle hatte er an den ersten beiden Tagen sein übliches Rendement nicht erreicht.

Gegen Kukuschkin (ATP 56) konnte er sich aber auf einen enorm starken Aufschlag verlassen. Im ersten Satz nützte ihm dies nichts, da er zwei Breakchancen nicht nützen konnte. Im Tiebreak, dem fünften an diesem Wochenende, setzte es für die Schweizer zum fünften Mal eine Enttäuschung ab. Zum 3:2 im zweiten Satz gelang Wawrinka dann endlich der erste Aufschlagdurchbruch - ab da war er endgültig der Chef auf dem Platz.

Bis zum Ende kam Kukuschkin nie in die Nähe eines Breaks. So reichte dem Romand je ein Break in den Sätzen 2, 3 und 4 zum hart erkämpften Sieg. "Ich musste hart kämpfen", sagte der freudestrahlende Wawrinka, nachdem er die Ovationen der Fans entgegengenommen hatte. "Vor allem auch nach diesen zwei komplizierten Tagen." Und nun hofft er, dass Roger Federer das Comeback der Schweizer und damit den ersten Halbfinaleinzug seit 2003 perfekt macht.

Die Entscheidung fällt in der Partie zwischen Federer und Andrej Golubew (ATP 64). Dieser spielt erstmals in seiner 15-jährigen Davis-Cup-Karriere ein entscheidendes fünftes Match. Im Halbfinal würde die Schweiz im September zuhause auf Italien treffen.