Rücken, Knie und Fussgelenk

Warum Roger Federers Verzicht auf die Sandsaison richtig ist

Zwar sind die Schläge auf die Gelenke auf Hartplätzen stärker, doch das Spiel auf Sand birgt für Spitzensportler mehr Tücken als angenommen. Was für Roger Federers Verzicht spricht.

Überraschend kommt sie nicht, die Ankündigung, dass Roger Federer wie im Vorjahr auf die gesamte Sandsaison verzichtet. Für den 36-jährigen geniesst Wimbledon oberste Priorität. Die Entscheidung fiel bereits in der letzten Woche.

«Wir waren uns schnell einig. Wir hatten alle das Gefühl, dass es besser ist, den Körper zu schonen und auf den Belagwechsel zu verzichten. Schliesslich wollen wir alle so lange wie möglich weitermachen», sagte er in Miami.

Federer äusserst sich zum Verzicht der Sandplatzsaison

Hoffnung war in den letzten Wochen immer wieder aufgekeimt, dass Federer sich in diesem Jahr doch anders entscheiden könnte. Er hatte sie mit Aussagen selbst genährt. Zudem schien die Ausgangslage anders als noch vor einem Jahr, als es nach der halbjährigen Pause noch viele Unsicherheiten gab. So gesehen ist die zweimonatige Pause, die sich Federer bis zu seiner Rückkehr in der zweiten Juni-Woche in Stuttgart gönnt, eine kleine Enttäuschung.

Und doch: Sie ist beim Blick auf sein Verletzungsbulletin wohl richtig. Denn während das Spiel auf Sand für Freizeitsportler als besonders schonend für die Gelenke gilt, ist die Belastung für Spitzensportler weitaus komplexer.

Federers Fitnesstrainer Pierre Paganini erklärte das vor einigen Wochen in der New York Times so: «Zwar sind die Schläge auf die Gelenke bei harten Belägen stärker als auf Sand, aber diese sind nur jeweils kurz.» Das ist ein Vorteil.

Federer unterliegt Kokkinakis

«Auf Sand sind die Schläge weniger stark. Aber die Rutschphase ist gefährlich. Man sieht das zwar nicht von aussen, aber in den Gelenken - also den Knie und im Fussknöchel - vibriert es stark, das führt zu Instabilität im ganzen Körper», erklärte Paganini. Für Federer ein Problem. Ende Januar 2016 hat er sich den Meniskus im linken Knie gerissen und musste sich operieren lassen. Seither fühle sich das Knie nicht mehr gleich an wie früher.

Zwar gab er damals in Monte Carlo sein Comeback und spielte danach auch noch in Rom. Doch seither macht er einen weiten Bogen um Sandplätze. 2016 verzichtete er wegen seiner Rückenbeschwerden auf Roland Garros, pausierte danach ein halbes Jahr.

2017 blieb er dem Turnier aus opportunistischen Gründen fern und konzentrierte sich auf die Rasensaison. Es zahlte sich aus: Federer gewann zum neunten Mal in Halle und zum achten Mal in Wimbledon.

Meistgesehen

Artboard 1