French Open
Vor dem ersten grossen Knüller: Das ist der österreichische Shootingstar Dominic Thiem

Nach einem bisher grandiosen French Open steht der junge Österreicher Dominic Thiem zum ersten Mal in seiner Karriere in einem Halbfinal eines Grand Slams. Dort wartet ausgerechnet die Weltnummer 1 Novak Djokovic.

Ralph Steiner, watson.ch
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Dominic Thiem gibt stets 100 Prozent Einsatz
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Der Österreicher gilt als der grosse Shootingstar in der Tennisszene
Er ist erst 22 Jahre alt – und doch schon in den Top Ten
Dominic Thiem an den French Open 2016

Dominic Thiem gibt stets 100 Prozent Einsatz

Keystone

Die Geschichte des 22-jährigen Dominic Thiem ist zugegebenermassen etwas verrückt. Am 11. Mai 2015, also vor etwas mehr als einem Jahr, lag der Österreicher noch auf Rang 49 der ATP-Weltrangliste.

Da war ein allfälliger Grand-Slam-Halbfinal etwa soweit weg wie ein mittelfristig anderer deutscher Meister als Bayern München.

Nicht komplett absurd, aber auch nicht gerade das Ereignis, worauf in Wettbüros jeder sofort Geld gesetzt hätte.

Sein bisher bestes Ergebnis auf oberster Stufe war ein Achtelfinal bei den US Open 2014, ansonsten war immer schon in der ersten Woche Schluss.

Nun, ein Jahr später steht der 185 cm grosse Rechtshänder bei seinem zehnten Anlauf in eben einem solchem Halbfinal eines Majors.

Er trifft heute Nachmittag (ab 15 Uhr) auf den absoluten Dominator der letzten halben letzten Tennisdekade, auf die serbische Weltnummer 1 Novak Djokovic.

Gegen diesen spielte Thiem bisher zweimal – und verlor jeweils auf Hartplatz ohne Satzgewinn. Zuletzt war dies im März beim 3:6, 4:6 in Miami der Fall.

Experten sagten dem jungen Österreicher längst eine grosse Karriere – Grand-Slam-Siege und Weltnummer 1 inklusive – voraus. Das Newsportal watson.ch prognostizierte in einer Top Ten des Jahres 2021 Thiem auf Rang 4.

Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis der Mann aus Wien bei einem grossen Turnier mal weit kommt.

Ein zukünftiger Grand-Slam-Sieger ist er eh, die Frage ist nur: Beginnt die Zukunft schon jetzt beim French Open 2016?

Das fantastische 2016

Während Dominic Thiem in seiner Karriere – der Österreicher ist seit 2011 Profi – bisher sechs Turniere gewinnen konnte und in zwei weiteren Finals stand, kommt «Nole» in derselben Statistik auf sagenhafte 64 Titel und 27 Finals.

Der Fall sollte also klar sein, alles andere als ein Sieg Djokovics würde die Tennisexperten landauf und landab doch eher erstaunen. Doch ganz abschreiben sollte man Thiem nicht.

Zum einen ist er nach Djokovic derjenige Tenniscrack, der im Jahr 2016 am meisten Siege eingefahren hat (41:10 gegenüber Djokovics 42:3).

Zum anderen impliziert Thiems rasanter Aufstieg in den letzten zwölf Monaten ja auch, dass er mit dem Tennisracket stets etwas anzufangen weiss.

Teil der zehn Besten

Thiems Markenzeichen ist die starke einhändige Rückhand. Unglaublich, aber wahr: In jungen Jahren führte er seinen Paradeschlag doppelhändig aus und das wurde ihm vom damaligen Trainer dann abgewöhnt. Heute führen die Backhand fast alle Spieler zweihändig aus.

Zudem ist der Österreicher flink und kann von der Grundlinie enorm viel Druck aufbauen. Auch mit dem Kopf ist der 22-Jährige in der Lage zu punkten, weshalb Novak Djokovic gewarnt ist, seinen Halbfinal-Gegner besser nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Thiem gilt als bescheidener Kerl, der sich auch in heiklen Situationen hervorragend auf das Wesentliche konzentrieren kann. Bei Big Points halt – und die musst du gewinnen, willst du die Besten schlagen.

Dominic Thiem, der im aktuellen French Open der Reihe nach Cervantes, Garcia-Lopez, Zverev, Granollers Pujol und Goffin eliminiert hat, spricht im «Spiegel» vom «grössten Match meiner jungen Karriere».

Professionell, wie auf der Tour üblich, legte der Shootingstar aber nach: «Klar bin ich unglaublich glücklich, aber ich muss jetzt fokussiert bleiben.»

Aktuell liegt der Österreicher in der ATP-Weltrangliste auf Rang 15. Unabhängig davon, wie der Halbfinal gegen Djokovic ausgeht, figuriert der 22-Jährige nach dem French Open zum ersten Mal in seiner Karriere in den Top Ten, nämlich auf Position 7.

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