Es hätte für Viktorija Golubic ein Déjà-vu der schönen Sorte werden können. Doch 2018 ist nicht 2016, und Lugano nicht Gstaad. Als die WTA Tour erstmals im Berner Oberland Station machte, war Petrus ähnlich schlecht aufgelegt wie nun im Tessin. In Gstaad war die 1. Runde wegen des Dauerregens erst am Freitagmittag zu Ende gegangen, doch am Ende strahlten die Sonne und die sensationelle Turniersiegerin Golubic um die Wette.

Tempi passati. Die 25-jährige Zürcherin (WTA 107) konnte ihren Aufstieg bis auf Platz 51 der Weltrangliste nicht bestätigen und geriet zuletzt sogar in eine veritable Krise. In diesem Jahr gewann sie auf WTA-Stufe noch kein Spiel. Das änderte sich auch im Nieselregen von Lugano nicht. Um 19 Uhr verlor sie am Donnerstagabend das letzte Spiel der 1. Runde gegen die 14 Plätze schlechter klassierte Qualifikantin Danka Kovinic 6:7 (6:8), 6:3, 4:6.

Die Montenegrinerin war die aktivere Spielerin und ging grössere Risiken ein. Dennoch hatte Golubic genügend Chancen auf den Sieg. Im ersten Satz führte die Schweizer Fed-Cup-Spielerin 5:3, im dritten 2:0. Als es aber abtrocknete, konnte Kovinic ihr druckvolles Spiel wieder besser aufziehen und nach zweieinhalb Stunden ihren ersten Matchball nutzen. Golubics Kurzanalyse fiel entsprechend aus: "Es war ein enger Match, und ich hatte viele Chancen. Ich hatte aber auch ab und zu ein Loch, wo ich zu viele Fehler machte."

Vögele weiter im Vormarsch

Damit bleibt Stefanie Vögele (WTA 119) die erfolgreichste Schweizer Tennisspielerin in diesem Jahr. Die 28-jährige Aargauerin überstand nach Acapulco (Final) und Monterrey (Achtelfinal) zum dritten Mal die 1. Runde. Sie nutzte bei ihrem ersten Einsatz auf Sand in dieser Saison die Chance gegen die Polin Magdalena Frech, die 20 Plätze schlechter klassiert ist und eigentlich bereits in der letzten Runde der Qualifikation gescheitert war.

Vögele gewann das am Mittwoch beim Stand von 1:0 im zweiten Satz abgebrochene Spiel problemlos 6:3, 6:3. Das einzige Break am Donnerstag gelang ihr zum 5:3. Bei der Reprise am frühen Nachmittag schien sogar kurzzeitig die Sonne. Vögele wusste dies zu schätzen. "Es war heute etwas einfacher, weil die Bälle mehr flogen." Sie habe während der gut 20-stündigen Unterbrechung einfach versucht, relaxt zu bleiben. Im Achtelfinal trifft sie am Freitag auf Alizé Cornet (WTA 35), die Bezwingerin der dritten Schweizerin Jil Teichmann. Von bisher sechs Duellen haben beide drei gewonnen.

Liechtensteiner Erfolg

Ein spezielles Erfolgserlebnis feierte die Liechtensteinerin Kathinka von Deichmann. Die Nummer 186 der Welt qualifizierte sich erstmals für das Hauptfeld eines WTA-Turniers und steht nach einem Abbruchsieg gegen Laura Siegemund im Achtelfinal. Die Deutsche musste nach verlorenem Startsatz bei 3:2 im zweiten Durchgang wegen einer Unterschenkelverletzung aufgeben.

Die 23-Jährige aus Vaduz wird auch im Achtelfinal eine gute Chance haben, sie trifft auf eine andere Qualifikantin. Die Deutsche Tamara Korpatsch (WTA 176) profitierte ebenfalls von der Aufgabe ihrer Gegnerin. Mit der topgesetzten Kristina Mladenovic verlor das gebeutelte Turnier im TC Lido nämlich ein weiteres Aushängeschild. Die Französin liess sich mehrere Male am Rücken behandeln, ehe sie das Handtuch werfen musste.