Tennis
Vier Kinder im Schlepptau: Federer lässt sich vor French Open nicht aus der Ruhe bringen

Morgen Sonntag beginnt das zweiwöchige Grand-Slam-Turnier Roland Garros in Paris. Roger Federer ist fit und lässt sich auch von den kleinen Zwillingen nicht aus der Ruhe bringen.

Michael Wehrle, Paris
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Nur die Kappe sorgt für Augenringe: Roger Federer ist auch als vierfacher Vater gut im Strumpf.

Nur die Kappe sorgt für Augenringe: Roger Federer ist auch als vierfacher Vater gut im Strumpf.

Keystone

Roger Federer sieht gut aus. Keine Ringe unter den Augen, er wirkt fit. Und das bei einem Mann, der vor zweieinhalb Wochen zum zweiten Mal Vater von Zwillingen geworden ist. «Es ist alles im Lot, ist ruhig, alles läuft gut», sagt er. «Wir kennen unsere Wege hier in Paris und ich muss auch ein bisschen schauen, dass es vom Tennis her stimmt.»

Roger Federer bei seinem ersten Training des Turniers in Paris.

Roger Federer bei seinem ersten Training des Turniers in Paris.

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Er habe in Sachen Sponsoring und Medien sehr wenig zu tun gehabt, da er nicht gewusst habe, wann er mit seiner Familie ankomme. Deshalb habe er auch genug Zeit und nehme sich immer wieder einen halben Tag frei. «So kann ich die Kleinen immer wieder sehen und es ist sehr angenehm», erzählt er.

Weil sie aber viel schliefen, habe er keine Probleme, beruhigt aus dem Haus zu gehen. Klar, er nehme sie gerne auf den Arm, aber genauso gerne gehe er mit den Mädchen spazieren. Er könne natürlich einiges helfen, die Arbeit sei mehr, aber das meiste übernehme seine Frau Mirka.

Unter den Umständen, dass die Kinder fit sind, sei immer klar gewesen, dass er mit der ganzen Familie nach Paris reise. «Vom Arzt bekamen wir das Okay», sagt er.

Verworfen hätten sie den Gedanken, mit dem Auto zu fahren. «Das sind doch sechs Stunden, dazu noch Pausen, das wäre dann vielleicht sehr stressig geworden», sagt er.

So seien sie in 50 Minuten mit dem Flugzeug gekommen. «Wir brauchen nicht einmal mehr Platz», erzählt er. Noch hätten die Buben kein eigenes Zimmer.

Federer schon am Sonntag im Einsatz

Für Federer hat es sich bereits ein erstes Mal gelohnt, dass er diese Woche frühzeitig nach Paris gereist ist. Die Weltnummer 4 spielt am Sonntag um ca. 12.30 Uhr die zweite Partie auf dem grössten Court Philippe Chatrier nach dem Frauenspiel zwischen Agnieszka Radwanska und Zhang Shuai. Etwa zur gleichen Zeit spielt die letztjährige Juniorensiegerin Belinda Bencic (WTA 81) auf dem zweitgrössten Court Suzanne Lenglen gegen Altmeisterin Venus Williams (WTA 30).

Da Stan Wawrinka in der anderen Hälfte von Federer eingeteilt ist, wird er erst am Dienstag zu seinem ersten Einsatz kommen (gegen Guillermo Garcia-Lopez). Ebenfalls am Dienstag ins French Open starten wird voraussichtlich Stefanie Vögele. Romina Oprandi und Qualifikantin Timea Bacsinszky dürften am Montag zu ihrem ersten Einsatz kommen.

Nie um Teilnahme gebangt

Er selbst habe um Paris nie gebangt. Das seien nur Spekulationen gewesen. «Ich wusste eigentlich immer, dass die Geburt vor Paris sein wird, wie kurz zuvor allerdings auch nicht.»

Wann er die ersten Bilder ins Netz stelle, wisse er nicht. Das ergebe sich natürlich. «Ich habe mich noch nicht entschieden und zum Glück ist es noch ruhig, ausserdem seien die Kleinen im Kinderwagen nicht zu sehen», sagte er.

Ein Bild veröffentliche er nur, um der Familie die Fotografen vom Hals zu halten. «Ich will nicht, dass jemand meiner Frau oder den Kindern nachjagt, wenn sie rausgehen.»

In Sachen Tennis fühlt er sich fit. «Nach Monte Carlo habe ich noch einmal einen Trainingsaufbau eingelegt, zweimal drei, vier Tage richtig hart gearbeitet», sagt er.

Das Timing habe genau gepasst. «Ich schloss einen Viertagesblock ab, musste sowieso pausieren und dann war es mit der Geburt so weit.»

Weil er vorher schon viel gespielt habe, konnte er diesen Block einlegen, den er auch für den weiteren Verlauf der Saison, nach Wimbledon nutze. «Von daher passt alles.»

Die australische Trainingsgruppe, die in Europa normalerweise in München ihre Basis hat, lud er nach Zürich ein.

Zuerst sollte Lleyton Hewitt kommen, der flog aber nach Hause, doch so kam der Kontakt mit den anderen Australiern um Nick Kyrgios zustande.

«So war ein ganzes Team da, Michael Lammer kam noch dazu, so hätte es keine Rolle gespielt, wenn ich wegen der Geburt ausgefallen wäre», sagt er.

«Ich bin gut drauf, muss für mich zu Beginn des Turniers einen guten Rhythmus finden, richtig spielen und richtig variieren», betont er.

Er dürfe sich nicht zu fest nach hinten fallen lassen, das passiere ihm manchmal auf Sand, das mache jeder, immer nur ein Hin und Her.

Wenn er dem Gegner aber Zeit wegnehmen könne, wenn der Gegner ins Straucheln komme, das müsse er das nutzen.

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