Australian Open

«Und dann kommt plötzlich ein Aufschlag mit mehr als 200 Sachen daher»

Der König ist zurück: Roger Federer spielt Andy Murray vom Platz wie zu seinen besten Zeiten.

Der König ist zurück: Roger Federer spielt Andy Murray vom Platz wie zu seinen besten Zeiten.

Um grosse Chancen auszulassen muss man sich erst einmal grosse Chancen erarbeiten. Kraft dieses Fakts hat Roger Federer an den Australien Open in Melbourne den Viertelfinal gegen Andy Murray doch noch gewonnen.

«Es stimmt - natürlich hätte ich den dritten Satz niemals mehr aus der Hand geben dürfen», hielt Roger Federer nach seinem Viersatz-Sieg im Viertelfinal an den Australien Open gegen Andy Murray fest. Der Schweizer lag beim Stand von 5:4 mit Break vorne, ehe dem Schotten das Re-Break gelang. Im anschliessenden Tie-Break hatte Federer zwei Matchbälle; doch auch diese Gelegenheit, das Mach mit einem blitzsauberen «Sweep» - einem 3:0-Sieg also zu beenden - liess der vierfache Turniersieger aus. «Daran muss ich arbeiten, ganz klar», so Federer.

Andererseits sei er sich bewusst gewesen, dass er trotz der versiebten Chancen noch vorne liege. Und auch die vielen ungenutzen Breakbälle, die Federer vor allem im Verlauf des vierten Satzes ansammelte, «muss man sich erst einmal erarbeiten», sagt die Nummer 6 der Welt.

Jedes Negative hat schliesslich auch sein Positives, wenn man es nur richtig hindreht. Trotzdem sei es nicht einfacher geworden im vierten Satz für ihn, gab Federer unumwunden zu. Sein Gegner sei unberechenbar: «Manchmal hat man das Gefühl, es geht nichts mehr bei ihm und dann kommt plötzlich ein Aufschlag mit mehr als 200 Sachen daher», räumt Federer ein.

Insofern sei der vierte und entscheidende Satz für ihn nur noch eine Kopfsache gewesen. «Ich habe versucht mit einem einfachen Spiel durchzukommen und den Fokus zu wahren - und das ist mir auch gut gelungen.»

Keine Angst vor Nadal

Das Pokerface Murray vermochte den Schweizer jedenfalls nicht in die Knie zu zwingen. Und: «Ich bin froh, dass es letztlich noch aufgegangen ist», freut sich Federer.

Zu seinem Halbfinal-Gegner vom Freitag angesprochen, der einmal mehr Rafael Nadal heisst, meint Federer: «Ich hatte noch nie Angst vor ihm und das habe ich auch diesmal nicht.» Der Spanier ist als Linkshänder nicht erst seit gestern kein Lieblingsgegner vom Schweizer. Zum möglichen rein helvetischen Finale zwischen ihm und Stanislas Wawrinka sagt Federer: «Stan hat gegen Berdych eine sehr gute Chance, den Final zu erreichen. Für mich wird es wohl etwas schwieriger.»

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