Eine Stunde lang bot Titelverteidiger Federer eine seiner schwächsten Leistungen in der jüngeren Vergangenheit. Bereits im ersten Game kassierte er das erste von insgesamt fünf Breaks. Bei eigenem Aufschlag bekundete der Weltranglisten-Zweite auch in der Folge ungewohnte Probleme, was aber nur zum Teil an den guten Returns des gleichaltrigen Franzosen lag.

Erst nachdem Federer im zweiten Satz 1:4 in Rückstand gelegen hatte, vermochte er sich ein wenig zu steigern. Mit einem nahezu perfekten Rückschlagspiel holte er sich das Rebreak. Beim Stand von 5:5 boten sich dem Baselbieter sogar drei Breakchancen zum 6:5 und zur möglichen Wende. Doch Benneteau überstand die aus seiner Sicht kritische Phase und verwertete nach knapp 81 Minuten und einem Rückhandfehler von Federer seinen ersten Matchball.

Dass Federer die Spielweise des in Genf wohnhaften Franzosen nicht sonderlich liegt, war bereits im letzten Sommer in Wimbledon ersichtlich gewesen. Auf dem Weg zu seinem 17. Grand-Slam-Titel war Federer in der 3. Runde gegen Benneteau nur zwei Punkte vor dem Ausscheiden entfernt, ehe er sich in fünf Sätzen doch noch durchsetzte.

Benneteau trifft im Halbfinal am Samstag auf den Sieger der Partie zwischen seinem Landsmann Gilles Simon (ATP 14) und Martin Klizan (ATP 31). Der 23-jährige Slowake aus Bratislava hatte im letzten August im Interclub für Cologny einige Einsätze absolviert.