Hopman Cup

Trotz Zuschauerrekord - Zukunft des Hopman Cup ungewiss

Der Hopman Cup in Perth muss um die Topspieler bangen

Der Hopman Cup in Perth muss um die Topspieler bangen

Der Hopman Cup in Perth erlebt eine neue Blüte - dank Roger Federer. Erneut wird der Zuschauerrekord in die Höhe geschraubt. Dennoch könnte die 31. Ausgabe die letzte gewesen sein.

Aus den Boxen tönte "Thunderstruck" von den australischen Hardrock-Legenden AC/DC, als die vier Spieler am Samstag zum 31. Hopman-Cup-Final in die Arena liefen. Und ein Donnerschlag war es, als Roger Federer vor zwei Jahren erstmals seit 2002, als er mit seiner heutigen Frau Mirka Vavrinec spielte, zum Mixed-Wettbewerb nach Westaustralien zurückkehrte. Die Fans strömten in Massen in die wunderbare Arena mit dem schliessbaren Dach. Über 106'000 waren es im vergangenen Jahr, nun wurde der Rekord mit über 110'000 erneut deutlich gebrochen.

Eine rosige Zukunft für den Traditionsevent, der nach dem langjährigen australischen Davis-Cup-Spieler und Captain Harry Hopman benannt ist, also? Keineswegs. Zwar läuft der Vertrag mit dem Internationalen Tennisverband (ITF) als Veranstalter und Tennis Australia noch bis 2022, wie ITF-Präsident David Haggerty gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA in Perth betonte. Die Frage ist aber, ob die Verantwortlichen in Perth, vor allem der Bundesstaat Western Australia als einer der wichtigsten Geldgeber, den Anlass noch wollen, wenn allenfalls die besten Männer nicht dabei wären.

Denn zum gleichen Zeitpunkt wird ab Januar 2020 in drei australischen Städten der neue ATP Cup, ein Teamwettbewerb für Männer mit 20 Millionen Dollar Preisgeld und maximal 750 ATP-Punkten ausgespielt. Zum Vergleich: am Hopman Cup gibt es keine Punkte und "nur" 470'000 Dollar. Beim ATP Cup sind grundsätzlich die jeweils zwei besten Spieler von 24 Nationen spielberechtigt. Die Frage lautet also: Bleiben da genügend attraktive Spieler für den Hopman Cup übrig? Und gibt es allenfalls Stars wie Roger Federer, die dem Mixed-Wettbewerb den Vorzug geben?

Sollte Federer ein klares Bekenntnis zum Hopman Cup abgeben, würde er ihn vielleicht noch ein oder zwei Jahre am Leben erhalten. Sein Verschwinden wäre ein weiterer Verlust einer Tradition in einem Sport, der sich rasant verändert. In diesem Jahr findet bereits der Davis Cup nicht mehr in seinem gewohnten Format statt. Verlierer wären nicht zuletzt die Frauen, die eine Bühne verlieren würden. Und es würde eine historische Begegnung wie das international hoch gehypte Mixed mit Roger Federer und Serena Williams nicht mehr geben.

Spitzentennis dürfte Perth erhalten bleiben - wenn nicht mit dem Hopman Cup, dann mit einer Gruppe des ATP Cups. Federer würde nach den Erfahrungen der letzten beiden Jahre gerne nach Perth zurückkehren. Er gewann danach jeweils das Australian Open. Nicht zuletzt deshalb sagte er: "Ich hoffe, dass der Hopman Cup überlebt."

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