Murray unterlag erstmals seit dem US Open 2010 (gegen Stan Wawrinka) bei einem Grand-Slam-Turnier einem Spieler ausserhalb der Top Ten. Der Schotte begann katastrophal und verlor den ersten Satz in nur 25 Minuten 1:6. Im zweiten Durchgang machte er einen ersten Aufschlagverlust zum 3:4 gleich wieder wett, wehrte bei 5:5 nochmals mehrere Breakbälle ab und rettete sich ins Tiebreak. Doch auch da war der junge Bulgare der aktivere und bessere Spieler. Mit dem 7:4 gewonnenen Tiebreak schaffte er eine Vorentscheidung, nach 2 Stunden und 1 Minute hatte er sich als erster Bulgare überhaupt für die Halbfinals eines der vier grossen Turniere qualifiziert.

Dimitrov war wegen seiner einhändigen Rückhand schon in jungen Jahren mit Roger Federer verglichen worden. Spätestens nach seinem Triumph im Juniorenturnier von Wimbledon 2008 hatte er seinen Übernamen "Baby Federer" weg. Zu Beginn fand er diesen amüsant, mit der Zeit wurde er jedoch zur Last. Nun, ein Jahr älter als Federer bei seinem ersten Wimbledonsieg, scheint er sein Potenzial definitiv abrufen zu können.

"Das war einfach ein schlechter Tag", sagte Murray. "Ich startete schlecht, und das gab ihm Selbstvertrauen." Er werde nun wieder auf den Trainingsplatz zurückkehren. Ob dies mit Coach Amélie Mauresmo geschieht, die er vor Wimbledon engagiert hat, wird sich weisen. Sie müssten nun in Ruhe zusammen sprechen. Murray, der als erster Spitzenprofi von einer Frau trainiert wird, möchte jedenfalls mit der Französin weitermachen.

Besser als der Schotte machte es der topgesetzte Novak Djokovic. Die Weltnummer 2 brauchte gegen den Kroaten Marin Cilic allerdings fünf Sätze, um sich durchzusetzen. Er ist nun die nächste Prüfung für Dimitrov.