Tennis
Swiss Indoors-Chef Brennwald: «Wir haben grossartige Spiele gesehen»

Präsident Roger Brennwald zieht eine positive Bilanz der Swiss Indoors 2012 – obwohl Andy Murray kurzfristig absagen musste und so die Olympia-Revanche vermasselte. Für das kommende Jahr sind trotz des Erfolgs Veränderungen geplant.

Michael Wehrle
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Roger Brennwald und Roger Federer

Roger Brennwald und Roger Federer

Keystone

Den Zuschauerrekord des vergangenen Jahres egalisierten die Swiss Indoors mit 72200 Besuchern in der vergangenen Woche. «In dieser Hinsicht haben wir kaum Luft nach oben», sagte Roger Brennwald, Präsident und Turnierdirektor. Die St. Jakobshalle sei optimal für die Bedürfnisse des Turniers. Allerdings brauche es jeweils den Umbau. «Deshalb hoffe ich, dass die geplante Sanierung uns Ersparnisse bringt», sagte Brennwald. Vier Millionen Franken investiere das Turnier jedes Jahr. Der Kostendruck sei enorm, die Wirtschaftskrise gehe auch an den Swiss Indoors nicht vorbei.

In drei Wochen zum Schmuckstück

«400 Arbeiter haben sensationelle Arbeit geleistet, ich kann mir in Europa keine schönere Arena vorstellen», sagte Brennwald. Innerhalb von drei Wochen hätten sie die Halle nach seinen Vorstellungen in ein Schmuckstück verwandelt. Und weil das alles so gut laufe, bleibe ihm selbst Raum und Zeit für neue Ideen, um das Turnier in neue Bahnen zu lenken. So plane er für kommendes Jahr wieder ein spezielles Programm am ersten Tag, am Super Monday. Der komme bei den Besuchern sehr gut an.

Aus sportlicher Sicht hätten in diesem Jahr die Absagen geschmerzt. Mit Andy Murray habe er seinen Wunsch begraben müssen, dass es in Basel zur grossen Olympia-Revanche komme. Vorjahresfinalist Kei Nishikori hätte das Turnier belebt und wäre wichtig für den asiatischen Markt gewesen. Und Marcos Baghdatis sei immer ein Farbtupfer.

Der Zauberschlag von Dimitrov

«Trotzdem haben wir grossartige Spiele gesehen», sagte Brennwald. Der junge Bulgare Grigor Dimitrov – in Basel hat er mit seinem Zauberschlag hinter dem Rücken für Aufsehen gesorgt – mache sicher seinen Weg und Paul-Henri Mathieu habe das Vertrauen gerechtfertigt, ihm eine Wildcard zu geben. Der Franzose habe mit seinem Weg in den Halbfinal bewiesen, dass er Tennis spielen könne und nach seiner langen Verletzung auf dem Weg zurück sei. Und schliesslich sei es auch noch zum erhofften Final zwischen Roger Federer und Juan Martin del Potro gekommen. «Besser hätte es nicht kommen können», sagte Brennwald.

«Vor allem bin ich auch froh, dass das Fernsehen sich nicht nur auf Federers Spiele konzentriert, sondern den Event als Ganzes betrachtet», sagte Brennwald. Schliesslich habe Basel unter den ATP-500-Turnieren nach Dubai die grösste TV-Präsenz.

Status ATP 500 gibt Planungssicherheit

Bis ins Jahr 2016 hat die Spielerorganisation ATP den Status ATP 500 bestätigt. Das gibt Brennwald eine Planungssicherheit, die er wünscht. «Umwälzungen kommen sowieso immer von aussen», sagte er. Deshalb sei er gar nicht glücklich mit den Plänen der ATP, eventuell den Kalender umzustellen und das Turnier von Paris-Bercy, das heute beginnt, in den kommenden Jahren ins Frühjahr zu verschieben. «Die Champions League im Fussball zeigt, dass es klare Programme braucht, die nicht verändert werden, das macht ihren Erfolg aus», verglich Brennwald. Auch der Fan sei an einem Kalender interessiert, der sich nicht laufend verändere.