Mit "Roger, Roger"-Rufen wurde der Rückkehrer im grössten Stadion der Anlage empfangen. Vor den 15'000 Zuschauern legte er danach einen Blitzstart hin und führte schon nach wenigen Minuten 4:0. Bald einmal kam Unterstützung von den Rängen für den 24-jährigen Italiener, der die meiste Zeit glücklos kämpfte. Auch im zweiten Satz geriet Sonego rasch mit zwei Breaks entscheidend in Rückstand, worauf ein Fan Federer auffordert: "Nicht so schnell Roger."

Tatsächlich glich sich das Geschehen nach dem 4:0 im zweiten Satz etwas aus. Der Turniersieger von 2009 hatte mehr Mühe, die Ballwechsel zu diktieren, auch weil Sonego sich angesichts des klaren Rückstands entspannte und mehr Winner schlug als zuvor. Die Nummer 73 der Welt hat in diesem Jahr auf Sand schon einige nennenswerte Resultate erzielt und unter anderem in Monte-Carlo den Viertelfinal erreicht.

Unbekannter Gegner

Gegen Federer war Sonego aber dann in Schwierigkeiten, wenn der Schweizer die überraschenden Schläge hervorholte und den Rhythmus wechselte. Dies gelang dem Favoriten oft. Der Service funktionierte gut und beim Return variierte er stark, etwa einige Male mit Stoppbällen nach dem zweiten Aufschlag. Die Ballwechsel kurz zu halten, wird auch in den nächsten Tagen entscheidend sein für Federer. Die längeren Duelle gingen oft an den Italiener, der im dritten Satz erst zum 4:5 den Aufschlag abgeben musste.

Am Mittwoch geht es für Federer gegen einen nahezu unbekannten Spieler weiter. Der 37-Jährige trifft auf den Deutschen Oscar Otte (ATP 145), der sich als Lucky Loser für die 1. Runde qualifiziert hatte, und dort den Tunesier Malek Jaziri (ATP 94) in vier Sätzen schlug. Der 25-jährige Otte gewann erst seine zweite Partie auf ATP-Stufe. Vor einem Jahr hatte er in Paris sein Grand-Slam-Debüt gefeiert, auch damals als Lucky Loser.