ATP-Masters-1000
Stan Wawrinka scheitert auch in Schanghai früh - out in der 2. Runde

Es ist nicht gerade die Zeit der Schweizer Nummer 2: Stan Wawrinka scheitert nach Japan auch in der chinesischen Metropole Schanghai in der 2. Runde. Er unterliegt dem Franzosen Gilles Simon in drei Sätzen mit 7:5, 5:7 und 4:6.

Merken
Drucken
Teilen
Stan Wawrinka scheitert auch in Schanghai früh.

Stan Wawrinka scheitert auch in Schanghai früh.

keystone

Die kurze Asientournee endet für Stan Wawrinka wie sie begonnen hat: Nach Tokio verlor der Schweizer auch in Schanghai gleich im ersten Spiel. Beim 7:5, 5:7, 4:6 gegen den Franzosen Gilles Simon beging die Weltnummer 4 unglaubliche 66 unerzwungene Fehler.

Zum Schluss verliess Stan Wawrinka sogar der Kampfgeist, der ihn ansonsten immer auszeichnet. Als Gilles Simon, die Nummer 29 der Welt, nach fast zweieinhalb Stunden zum Match aufschlug, war der Widerstand des 29-jährigen Waadtländers gebrochen. Wie seinen Aufschlag bei 4:4 gab er das Game zu null ab, er verlor die letzten elf Punkte der Partie. Die Niederlage, die zweite in Folge nach dem Erstrunden-Aus vor Wochenfrist in Tokio gegen Tatsuma Ito (ATP 103), ist deshalb umso ärgerlicher, weil Wawrinka den Sieg verschiedene Male vor Augen hatte.

Nachdem er den ersten Satz mit dem einzigen Break zum 7:5 gewonnen hatte, gab er das Momentum gleich wieder aus den Händen, indem er den Franzosen im zweiten Durchgang sogleich auf 2:0 davonziehen liess. Der Schweizer wendete das Blatt nochmals, holte sich vom 2:4 bis zum 5:4 drei Games in Serie und stand bei 15:30 und Aufschlag Simons nur zwei Punkte vor dem Sieg. Der Wahl-Neuenburger zog den Kopf wieder aus der Schlinge, profitierte bei 5:5 von einem miserablen Aufschlagspiel Wawrinkas und schaffte wenig später den Satzausgleich.

Im dritten Satz ging der Lausanner sofort 3:0 in Führung, gab aber auch diesen Vorteil postwendend wieder aus den Händen. Er verpasste nochmals eine Breakchance zum 4:2 und fand am Ende die Balance zwischen Attacke und Sicherheit immer weniger. Letztlich standen zwar stolze 41 Winner, aber eben auch 66 unerzwungene Fehler zu Buche. Bei Simon war die Statistik mit 23 Gewinnschlägen und 32 Fehlern klar weniger negativ. Ärgerlich ist die Pleite schliesslich auch, weil im Achtelfinal mit dem tunesischen Qualifikanten Malek Jaziri (ATP 87) ein Gegner kleineren Kalibers als Simon gewartet hätte.

Der Franzose, 2008 Masters-Halbfinalist und Nummer 6 der Welt, setzte damit einen ersten kleinen Nadelstich im Vorfeld des Davis-Cup-Finals vom 21. bis 23. November in Lille. Allerdings dürfte der Schützling von Jan De Witt, dem ehemaligen Coach von Marco Chiudinelli, in den Überlegungen des französischen Captains Arnaud Clément keine Schlüsselrolle spielen, da Sand seine schwächste Unterlage ist. Wawrinka hingegen bleiben eineinhalb Monate, um wieder Selbstvertrauen aufzubauen. Am besten schon in zehn Tagen beim Heimauftritt in Basel.