Tennis
Stan Wawrinka geniesst seine wachsende Popularität

Der Schweizer steht nach dem Paris-Erfolg auch in England immer mehr im Blickpunkt. Für den Waadtländer zählt jetzt nur noch Wimbledon.

Michael Wehrle, Wimbledon
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Kann Stan Wawrinka auch Wimbledon gewinnen?

Kann Stan Wawrinka auch Wimbledon gewinnen?

Keystone

Auf dem Centre Court spielt Stan Wawrinka heute Montag seine erste Runde in Wimbledon. Als Nummer vier der Welt, als zweifacher Sieger eines Grand-Slam-Turniers, hat er sich diesen Auftritt verdient.

Als drittes Match, nach Novak Djokovic gegen Philipp Kohlschreiber und Maria Scharapowa gegen die Britin Johanna Konta, hat Schiedsrichter Andrew Jarett die Partie zwischen dem Schweizer und dem Portugiesen João Sousa angesetzt. Um 14 Uhr Schweizer Zeit geht es auf dem Centre Court los, Wawrinka dürfte gegen 18 Uhr auf den Platz kommen.

Gleicher Gegner wie letztes Jahr

Paris ist abgehakt. «Ich bin glücklich mit dem, was ich erreicht habe, aber jetzt zählt nur noch Wimbledon», sagt der 30-Jährige. Sein Gegner kommt aus Portugal, ist 26 Jahre alt und die Nummer 45 der Welt. Schon vor einem Jahr standen sich die beiden in der ersten Runde von Wimbledon gegenüber, Wawrinka siegte problemlos und auch den zweiten Vergleich im Mai dieses Jahres gewann er ohne Satzverlust.

Wawrinka hat eine neue Popularitätsstufe erreicht. «Das ist in Ordnung, das ist Teil meines Jobs», sagt er. Und ihn freue es, dass er wegen seiner guten Arbeit auf dem Platz bekannter geworden sei, weil er sein bestes Tennis spiele. «Schon seit drei Jahren erkennen mich deutlich mehr Leute», erzählt er.

Djokovics Gefühle für Stan

Deshalb müsse er ein wenig vorsichtiger sein, wo er was mache. Aber im Normalfall seien die Leute ja sehr nett. Grosse Reaktionen habe sein Triumph von Paris aber bei den Tennisprofis nicht ausgelöst. «Sie haben mir gratuliert, mehr nicht. Jeder ist auf das Turnier fixiert», sagt er.

Ein dickes Lob allerdings kassierte er noch einmal von Novak Djokovic: «Ich habe noch nie so etwas nach einem Grand-Slam-Final gefühlt wie in Paris, diese Verbindung mit Stan. Obwohl wir uns ein hartes Match lieferten, haben wir uns beide diesen besonderen Moment geteilt und den Fans gezeigt, wie sehr wir uns respektieren und schätzen.»

Neue Hosen für US Open

Abgehakt sei inzwischen das Thema seiner Hosen, in Wimbledon spiele schliesslich jeder in weiss. «Aber es war schon eine tolle Geschichte, dass ich mit diesen Hosen Paris gewonnen habe und damit so viel Aufmerksamkeit erregte», erzählt Stan lächelnd. Allerdings sei nun sein Ausrüster gefordert. «Ursprünglich sollte ich Hosen mit demselben Muster aber in einer anderen Farbe auch beim US Open tragen», verrät er. Aber das sei erledigt. Es gebe etwas völlig Neues.

Neuland betrat er auch mit einem Fotoshooting. Als einer von 24 Sportlern posierte er für die Ausgabe 2015 des Magazins «ESPN - The Magazine Body Issue». Das sei doch eine grosse Herausforderung gewesen, ziemlich nervös sei er gewesen. «Doch sie wollen den Athleten zeigen, den Sport, darum habe ich mitgemacht», erklärt er.