French Open
Stan Wawrinka: «Djokovic wird nur schwer zu schlagen sein»

Stan Wawrinka trifft am Montag um 11 Uhr (SRF2) auf Lukas Rosol. Der Titelverteidiger zählt sich selbst nicht zum engsten Favoritenkreis.

Marcel Kuchta, Paris
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Wawrinka startet am Montag in das Turnier.

Wawrinka startet am Montag in das Turnier.

Keystone

Was sagen Sie zum Forfait von Roger Federer?

Stan Wawrinka: Die Tatsache, dass Roger nicht spielt, ist sicher nicht die beste Nachricht für ihn und für das Tennis im Allgemeinen. Er fehlt zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren. Das ist schon speziell.

Im letzten Jahr sind Sie bei Ihrem Heimturnier in Genf früh gescheitert. Dieses Jahr haben Sie den Titel geholt. Was ändert das für Sie?

Ich bin glücklich, gewonnen zu haben. Es war ein wichtiges Turnier für mich. Ich habe durch die Siege viel Selbstvertrauen getankt. Auch wenn ich durch die Teilnahme am Final erst spät nach Paris reisen konnte, fühle ich mich fit. Mein Tennis ist da, und ich bin bereit, hier in Roland Garros mein erstes Match zu spielen.

Was bedeutet Ihnen dieser Titel vor eigenem Publikum?

Nun, es ist ein Titel, der für mich wichtig war. Es war immer ein Traum von mir, eine Trophäe in der Schweiz zu gewinnen – und dann noch in Genf, unmittelbar vor meiner Haustüre. Mir ist die Schweiz wichtig – auch an den Olympischen Spielen oder im Davis-Cup.

Kann es auch ein Vorteil sein, so spät nach Paris zu kommen und nicht zu lange im Vorfeld über das French Open nachzudenken?

Ich kann nicht sagen, was mir lieber ist. Es ist auch recht gut, ein paar Tage vorher zu kommen, auf den Plätzen zu trainieren und sich auf alles vorzubereiten. Es kann aber auch positiv sein, dass ich erst am Samstagabend angekommen bin. Wie auch immer: Auf jeden Fall bin ich glücklich mit meinem Zeitplan.

Sie spielten im Halbfinal von Genf gegen Lukas Rosol, auf den Sie heute auch in der ersten Runde in Roland Garros treffen werden. Was können Sie über Ihren Gegner sagen?

Ich spielte gegen ihn in diesem Jahr auch in Australian Open. Er ist ein gefährlicher Spieler. Er schlägt gut auf, riskiert viel. Man kann nie wissen, was einen wirklich erwartet.

Letztes Jahr haben Sie hier in Paris Novak Djokovic im Final besiegt. Was sagen Sie zur diesjährigen Ausgangslage?

Novak spielt immer noch ein erstaunliches Tennis. Wenn man sieht, was er seit dem letztjährigen Final in Paris alles gewonnen hat. Er ist sicher der grosse Favorit. Und er wird wirklich schwer zu schlagen sein. Das ist ein Fakt. Aber es sind viele Spieler gut in Form. Es wird ein interessantes Turnier werden.

Haben Sie sich den Final des letzten Jahrs noch einmal angesehen? Und wenn ja: geben Ihnen diese Erinnerungen Auftrieb im Hinblick auf das jetzige Turnier?

Ich sah einige Highlights, aber nie das ganze Spiel. Es ist immer gut, ein paar schöne Erinnerungen zu sammeln. Und es war schön, die Trophäe zu gewinnen. Das gibt mir eine Menge Selbstvertrauen. Aber ich kann deswegen nichts für dieses Jahr mitnehmen. Es ist eine völlig andere Geschichte. Jetzt beginnt ein neues Turnier. Es gibt neue Spiele zu absolvieren. Alles beginnt wieder von vorne.

Trotzdem: Sie können als Titelverteidiger mit breiter Brust ins Turnier gehen.

Ich fühle mich genug sicher. Ich weiss, was ich hier erreichen kann und dass ich weit kommen kann. Aber abgesehen davon zählt wirklich nur mein erstes Spiel gegen Rosol. Es tönt abgedroschen: Aber man muss immer Spiel für Spiel nehmen. Darauf liegt mein ganzer Fokus.

Sehen Sie sich selbst als einen der Favoriten oder doch eher hinter dem Trio Djokovic, Murray und Nadal?

Ich bin nicht auf der gleichen Ebene wie diese drei Spieler. Aber wer weiss? Djokovic ist der grosse Favorit, dann kommen Murray und Nadal auf gleicher Ebene. Direkt hinter ihnen sehe ich mich als eine Art «gefährlicher Aussenseiter».

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