Davis-Cup-Triumph
Schweizer Verband will mit Trophäe dem Nachwuchs helfen

Der Davis Cup spült Geld in die Kassen von Swiss Tennis. Präsident René Stammbach rechnet mit rund zwei Millionen Franken, die in den Fond Nachwuchsförderung–Spitzensport fliessen.

Michael Wehrle, Lille
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Mit dem Davis-Cup-Sieg rieseln auch Geldscheine in die Verbandskasse – doch was wird mit diesen gemacht?

Mit dem Davis-Cup-Sieg rieseln auch Geldscheine in die Verbandskasse – doch was wird mit diesen gemacht?

Keystone

Nach dem Triumph des Davis Cups kommt die Frage auf, wer denn nun das Preisgeld bekommt? «Die Abrechnungen liegen noch nicht vor», sagt René Stammbach, Präsident von Swiss Tennis, um dann zu witzeln: «Es ist eine gute Frage. Es gibt Spieler, die haben so viel Geld auf dem Bankkonto, dass es nicht möglich ist, noch mehr Geld darauf zu überweisen. Voll ist voll, verstehen Sie?»

Doch dann wird er umgehend wieder ernst: «Die Spieler machen unter sich aus, wer wie viel bekommt. Severin Lüthi wird mir einen Zettel mit den Prozentanteilen übergeben, ich rechne aufgrund dieser Angaben dann mit dem Taschenrechner den Betrag aus und das Geld wird dann auf die entsprechenden Bankkonten überwiesen.»

Klar ist jedoch bereits jetzt: Zwischen zwei und drei Millionen Franken werden an die Spieler ausgeschüttet, der Rest fliesst in den Fond Nachwuchsförderung.

«Wir brauchen das als Ausgleich, wenn wir kein Heimspiel haben», erklärt Stammbach. Ein Auswärtsspiel im Davis Cup oder bei den Frauen im Fed Cup koste bis zu einer halben Million. Einnahmen gebe es keine.

Mit dem Davis-Cup auf Tour

Der zweite materielle Punkt sei eine Stiftung von Swiss Tennis für den Nachwuchs. «Darin stecken im Moment 200 000 Franken, wir wollen die Summe auf eine Million erhöhen», sagt Stammbach.

Geplant sei eine Art Tour de Suisse mit dem Pokal. Klubs oder Firmen können den Original Davis Cup mieten, ihren Mitgliedern oder Kunden präsentieren und zahlen dafür eine bestimmte Summe.

Bereits Interesse hätten die Sponsoren angemeldet. Die genauen Pläne werde Swiss Tennis demnächst bekannt geben. «Ein Jahr lang dürfen wir mit dem Pokal machen was wir wollen, nur kaputt machen dürfen wir ihn nicht», sagt Stammbach.

Daneben gebe es aber auch den immateriellen Wert. «Wir haben einen Federer-Effekt», sagt Stammbach. Die Lizenzen bei den jungen Spielern seien stabil geblieben, obwohl junge Sportarten wie beispielsweise Boardercross auf den Markt drängten.

Seit eineinhalb Jahren arbeite Swiss Tennis nun an einem weiteren Nachwuchsprojekt. «Wir wollen mehr Kinder mit Lizenzen und führen deshalb im nächsten Jahr eine Kategorie U10 im Wettkampftennis ein», sagt Stammbach und hofft, dass der Sieg im Davis-Cup eine gute Anschubhilfe ist.

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