Djokovic hatte bis zu diesem Endspiel 22 Matches in Folge gewonnen und sich im Verlauf der Woche die Rückkehr an die Spitze der Weltrangliste gesichert. Doch gegen Chatschanow und keine 24 Stunden nach dem hart erkämpften Halbfinal-Sieg über Roger Federer war der Serbe nicht so mobil und souverän wie noch am Vortag. Gegen Ende der Partie rückte er oft ans Netz, um die Ballwechsel kurz zu halten. Was Djokovic aber auch versuchte, es brachte ihm keinen Erfolg.

Chatschanow hingegen überzeugte in allen Bereichen. Er verlor nie die Ruhe. Im ersten Satz machte er einen 1:3-Rückstand im Stil eines Routiniers wett und war auch ansonsten mental immer auf der Höhe. Der stämmige Aufsteiger, der in Anlehnung an Marat Safin "Baby Safin" genannt wird, war in der Defensive stark, am Netz überzeugend und rundum solid. Mit seinen kraftvollen Grundlinien-Schlägen, insbesondere mit der Vorhand, schaffte er es, Djokovic in Bedrängnis zu bringen. Auch viele längere Ballwechsel gingen an den Aussenseiter, der im zweiten Satz sein Break zum 2:1 bis zum Ende sicher verteidigte.

Innerhalb von vier Tagen hat Chatschanow in Paris-Bercy John Isner (ATP 9), Alexander Zverev (ATP 5), Dominic Thiem (ATP 8) und eben den zuvor seit dem 9. August makellosen Djokovic geschlagen. In der am Montag von Djokovic angeführten Weltrangliste wird der nunmehr vierfache ATP-Turniersieger Platz 11 belegen.