Swiss Tennis leitete beim internationalen Verband ITF im Schnellverfahren den Wechsel ein. René Stammbach, der Präsident des Schweizer Verbandes, hofft, dass Romina Oprandi schon Ende April in der zweiten Fedcup-Runde, wenn es für die Schweiz entweder um den Aufstieg in die Weltgruppe oder den Klassenerhalt in der 2. Division geht, wieder für die Schweiz spielen darf. Gelingt dieser Coup, könnte sogar die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in London für Oprandi noch möglich werden.

Dagegen spricht, dass im Moment Fedcup-Spielerinnen von den nationalen Verbänden sechs Monate zum Voraus benannt sein müssen. Im Davis Cup beträgt die Meldefrist bloss drei Monate. Der internationale Verband äusserte im letzten Jahr die Absicht, die Meldefrist für den Fedcup ebenfalls auf drei Monate herabzusetzen, umgesetzt wurde diese Regel aber noch nicht. Swiss Tennis hofft nun, dass Oprandi die Spielberechtigung erhalten wird.

Romina Oprandi wechselte vor acht Jahren als 17-Jährige zum italienischen Verband, weil sie sich in der Schweiz zu wenig gut gefördert gefühlt und sich die Familie Oprandi mit damaligen Exponenten des Verbandes zerstritten hatte. Die Rückkehr entspricht nun der Logik. Oprandi ist in Bolligen aufgewachsen und sesshaft, ausserdem bieten sich ihr in der Schweiz mittlerweile die viel besseren Perspektiven als in Italien, wo sie einzig 2006 einmal für eine Fedcup-Begegnung aufgeboten worden war.

Oprandi wird mit ihrer Rückkehr die neue Nummer 1 der Schweiz. Sie belegt in der Weltrangliste Platz 80, wird aber nächsten Montag dank dem Erreichen der 3. Runde am Australian Open in den Bereich von Platz 63 vorrücken. Ihre bisher beste Klassierung war Rang 46 im Herbst 2006. Swiss Tennis sprach Romina Oprandi den Status einer A-Kader-Spielerin zu.