Tennis
Roger gegen Roger: Ein neuer Swiss-Indoors-Vertrag mit Federer ist das Ziel

Ohne Vertrag und Antrittsgage spielte Roger Federer dieses Jahr bei den Swiss Indoors. Turnierpräsident Roger Brennwald möchte das wieder ändern und hofft, dass er sich mit Roger Federer einigen kann.

Michael Wehrle
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Ein Bild aus letztem Jahr: Roger Federer mit Roger Brennwald - Die Freundschaft war auch schon intensiver

Ein Bild aus letztem Jahr: Roger Federer mit Roger Brennwald - Die Freundschaft war auch schon intensiver

Keystone

Die grosse Freundschaft zwischen Roger und Roger ist es noch nicht. Aber Roger Brennwald findet versöhnliche Töne, wenn es um Roger Federer geht.

Der spielte in diesem Jahr die Swiss Indoors ohne Vertrag, weil er sich mit Brennwald nicht einig wurde. Das heisst, Federer kassierte kein Antrittsgeld, was für einen Spieler seines Formats bei einem Turnier der Grösse der Swiss Indoors ungewöhnlich ist. Dafür hatte Federer auch keine Verpflichtungen gegenüber dem Turnier.

«Wir sind natürlich glücklich, dass Federer hier so erfolgreich war», sagte Brennwald. Darüber, dass der Superstar des Tennis wieder im Final seines Turniers stand. Denn Brennwald weiss natürlich, dass Federer der Publikumsmagnet ist, dass er viele Fans in die Halle lockt, dass er für Stimmung auf den Tribünen sorgt.

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Federer beim Aufschlag
Roger Federer beim Aufschlag
Federer schaut dem Ball nach
Haut auf den Ball: Juan Martin del Potro
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Final Swiss-Indoors zwischen Roger Federer und Juan Martin del Potro

Keystone

Der Grand-Slam-Club

Im Prinzip ist Brennwald in einer komfortablen Situation. Federer hat öffentlich betont, dass er immer die Swiss Indoors spiele, ob mit oder ohne Vertrag.

Dennoch betont Brennwald: «Ziel ist es, wieder einen Vertrag mit Federer abzuschliessen.» Das bringt Brennwald zum einen natürlich die absolute Sicherheit.

Zum anderen hat er aber vor Jahren den Grand-Slam-Club ins Leben gerufen. Jedes Mitglied bezahlt 100 000 Franken, erhält dafür vier Plätze in diesem speziellen VIP-Bereich, dazu Loge am Court, Essen, Trinken – das alles ist inbegriffen.

Mit dem Geld hat Brennwald immer die Antrittsgage von Federer bis 2012 – zuletzt 500 000 Franken – bezahlt. Dafür war Federer auch immer wieder zu Gast im Grand-Slam-Club. In diesem Jahr nun bezahlten die Mitglieder, ohne einen Auftritt von Federer zu geniessen.

«Eine gewisse Zurückhaltung mit Roger war da», beschrieb Brennwald die Beziehung der beiden in der vergangenen Woche. Es müsse wohl über ihre Differenzen noch etwas Gras wachsen. Aber er sei nicht bekannt dafür, dass er auf Lebzeiten zumache.

«Wenn sich eine Türe schliesst, geht eine andere auf», sagte Brennwald. Er habe ja nie gesagt, es gebe keinen Vertrag mit Federer. «Da ging es nur um Details», betont er. Nehmen und geben, das sei der Inhalt eines Vertrages.

Der Star auf dem Court, das reicht Brennwald nicht. Auch neben dem Platz hilft ihm die Präsenz von Federer.

Deshalb ist er auch bereit, für Federer wieder zu bezahlen, obwohl er Rafael Nadal noch zwei Jahre unter Vertrag hat.

Zumal die Swiss Indoors in den Jahren 2015 und 2016 während der Sanierung der St. Jakobshalle mit Einschränkungen rechnen müssen.