Drei Matchbälle vergeben
Roger Federer: «Weiss nicht, wie zur Hölle das passieren konnte»

Nach 17 Siegen in Folge verliert Roger Federer erstmals wieder. In einem emotionalen Final und nach drei vergebenen Matchbällen unterliegt er in Indian Wells dem Argentinier Juan Martin Del Potro.

Simon Häring
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Roger Federer verliert erstmals in diesem Jahr eine Partie.

Roger Federer verliert erstmals in diesem Jahr eine Partie.

Keystone

Manchmal sei es schwierig, in Worte zu fassen, warum man verloren habe, sagte Roger Federer nach dem 4:6, 7:6 (10:8), 6:7 (2:7) gegen den Argentinier Juan Martin Del Potro (29) im Final von Indian Wells. «Du fragst dich, was den Unterschied gemacht hat.» Doch so paradox das klingen mag: Dass Federer zu zwei Matchbällen kam, ist mit Blick auf die nackten Zahlen schwieriger zu erklären. Denn Del Potro gewann 14 Punkte mehr als der Schweizer.

Dennoch kam Federer beim Stand von 5:4 im dritten Satz und eigenem Aufschlag zu drei Matchbällen. Er vergab, einmal mit einer überraschenden Schlagwahl: einem Stoppball. «Ich muss darüber hinwegkommen. Ich bin frustriert über die verpasste Chance. Das schmerzt, nach einem so grossartigen Spiel über eine Niederlage sprechen zu müssen.» Bei drei seiner sechs Niederlagen in den letzten 15 Monaten vergab er mindestens einen Matchball.

Federers Zwist mit dem Schiedsrichter

Federer kämpfte, Federer zeigte ungewohnt viele Emotionen, Ärger und legte sich auch immer wieder mit Schiedsrichter Fergus Murphy an – wohl, um Dampf abzulassen. Weswegen er sich dermassen geärgert hatte, wollte er nicht ausführen. Doch es nützte alles nichts, weil Del Potro noch besser war als er, vor allem im Tiebreak des dritten Satzes. «Dieses Tiebreak würde ich gerne noch einmal spielen. Denn ich weiss nicht, was zur Hölle dort passiert ist.»

Roger Federer und Juan Martin Del Potro zeigten ein fesselndes Spiel.

Roger Federer und Juan Martin Del Potro zeigten ein fesselndes Spiel.

Keystone

Nach 17 Siegen und dem besten Saisonstart seiner Karriere verlässt Federer erstmals den Platz als Verlierer, bleibt aber die Nummer eins der Welt. Auch deswegen wollte er sich nicht zu sehr mit negativen Gedanken beschäftigen. «Ich habe die Woche trotzdem genossen.» Und zu Del Potro sagte er: «Du hast verdient gewonnen. Du warst heute der bessere Spieler, auch wenn uns am Ende nur ganz wenige Punkte trennten.» Zumindest hier irrte Federer.

Bereits am Montag wird er in Chicago erwartet, wo er die zweite Ausgabe des Laver Cups lancieren wird. Weiter geht es für Federer in der kommenden Woche beim Masters-Turnier in Miami, wo er ebenfalls als Titelverteidiger antritt. Um die Führung in der Weltrangliste vor dem weiter pausierenden Rafael Nadal verteidigen zu können, muss er dort die Viertelfinals erreichen. Erst danach entscheidet Federer, ob er Teile der Sandsaison bestreiten wird.