Roger Federer hat die Zeit abseits vom Tennis-Zirkus sehr genossen. «Ich bekam einen Vorgeschmack auf den Ruhestand», scherzt der Maestro im Interview mit der «New York Times».

Die Zeit sei für ihn und die Familie wichtig gewesen. Für einmal vier Wochen am selben Ort zu sein, habe allen gut getan. Auch körperlich gab sich Federer dieses Mal die nötige Zeit. «In den ersten drei Monaten trainierte ich vielleicht eine Stunde am Tag», verrät er. Nach einer Knieoperation im Februar kam er im 2016 nicht mehr so ganz auf Touren und gab kurz nach dem Aus im Wimbledon-Halbfinal gegen Milos Raonic seine Auszeit bekannt.

«Der australische Sommer wird episch»

Die Frage nach einem Rücktritt habe sich in dieser Phase aber nie gestellt, so Federer. Vielmehr habe er sich gefragt: «Kann ich es noch? Können mein Körper und Geist es noch?»

Anfang 2017 wagt der Schweizer Ausnahme-Athlet in Australien den Schritt zurück in die Arena. Dort wird Federer am Hopman Cup teilnehmen, bevor es dann an den Australian Open wieder um Ruhm, Ehre und hoffentlich viele ATP-Punkte für den Schweiz geht.

Auf dem Weg zurück in den Tennis-Olymp werden ihm nicht zuletzt die ständigen Rivalen Novak Djokovic, Andy Murray und Rafael Nadal das Leben schwer machen. Seine Konkurrenten hat Federer auch in während seines Timeouts nicht aus den Augen gelassen. «Novaks Geschichte ist grossartig, Rafa wird natürlich eine grossartige Story abgeben und aus meinem wird hoffentlich auch eine nette Geschichte», sagt Federer mit Ausblick auf die kommende Saison. «Ich denke, der Anfang des neuen Jahres – besonders der australische Sommer, wird episch.»

Kinder können kaum warten

Nicht nur Roger Federer kann es kaum erwarten, auch seine Kinder wollten von ihm immer wieder wissen, wann es wieder los geht. «Sie fragten: 'Wann gehen wir das nächste Mal nach Australien oder New York?» «Noch eine ganze Weile nicht», war Federers Antwort während der letzten paar Monate.

Doch das ist jetzt vorbei. Das Tennis-Jahr 2017 kann kommen. Roger Federer: «Ich bin immer noch hungrig, und jetzt bin ich ausserdim frisch und erholt.» (cze)

Roger Federers Tweener-Lob gegen Sam Querrey in der zweiten Runde von Wimbledon 2015

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