Tennis

Roger Federer in Wimbledon in der gleichen Tableau-Hälfte wie Nadal, Lospech für Belinda Bencic

Federer beim Training in Wimbledon.

Federer beim Training in Wimbledon.

Rafael Nadal wird in Wimbledon Roger Federers Tableau-Hälfte zugelost. Roger Federer trifft zum Auftakt am Dienstag auf den Südafrikaner Lloyd Harris (22, ATP 87). Belinda Bencics erste Gegnerin ist die Russin Anastasia Pavlyuchenkova (27, WTA 45). Doch sie könnte bereits in den Achtelfinals auf Favoritin Ashleigh Barty treffen.

Zuletzt goss auch noch Toni Nadal Öl ins Feuer, als er Wimbledon für seine Setzliste kritisierte. Diese basiert auf einer mathematischen Formel, welche die Punkte der Weltrangliste zwar als Grundlage verwendet, dazu aber die in den letzten zwei Jahren auf Rasen erzielten Resultate stärker gewichtet. Das hatte zur Folge, dass Nadals Neffe Rafael, der jüngst in Paris seinen 18. Grand-Slam-Titel feierte, die Jahreswertung anführt und in der Weltrangliste auf Rang zwei liegt, in der Setzliste hinter Roger Federer zurückgestuft wurde.

Rafael Nadal erwischte ein hartes Los und könnte bereits in der 2. Runde auf Nick Kyrgios treffen

Rafael Nadal erwischte ein hartes Los und könnte bereits in der 2. Runde auf Nick Kyrgios treffen

Das hat für Nadal unliebsame Folgen, denn er wurde in der Auslosung Federers Tableau-Hälfte zugelost und würde damit bereits in den Halbfinals auf den achtfachen Sieger treffen, und erst im Final auf Titelverteidiger Novak Djokovic. Allerdings stellen sich Nadal bereits in den Runden zuvor knifflige Aufgaben. So könnte er in der zweiten Runde auf den Australier Nick Kyrgios (ATP 43) treffen, dem er vor fünf Jahren in den Achtelfinals unterlegen war. In der dritten Runde wartet mit dem Kanadier Denis Shapovalov (ATP 27) der Junioren-Sieger von 2016, in den Achtelfinals der allerdings formschwache Kroate Marin Cilic, der vor zwei Jahren im Wimbledon-Final stand und in den Viertelfinals der Österreicher Dominic Thiem (ATP 4), Nadals Gegner im Paris-Final.

Günstiges Los für Roger Federer

Roger Federer (ATP 3) hat indessen einen machbaren Parcours zu bewältigen. Sein Startgegner, der Südafrikaner Lloyd Harris (22, ATP 87) ist ein Wimbledon-Debütant. Geht es nach Papierform heissen die weiteren Gegner Noah Rubin (ATP 183) und Lucas Pouille (ATP 28). In den Achtelfinals würde Federer auf den Kroaten Borna Coric (ATP 14) treffen, in den Viertelfinals auf den Japaner Kei Nishikori (ATP 8), oder Vorjahres-Halbfinalist John Isner (ATP 12) aus den USA. Allerdings: Will Federer seinen neunten Wimbledon-Titel gewinnen, muss er unter Umständen im Halbfinal Rafael Nadal und im Final Titelverteidiger Novak Djokovic bezwingen. Federer hat es in seiner Karriere noch nie geschafft, beide Erzrivalen im gleichen Grand-Slam-Turnier zu besiegen.

Neben Tommy Haas und Lleyton Hewitt ist Novak Djokovic einer von nur drei Spielern, die Federer auf Rasen zwei Mal bezwingen konnten. Der Serbe ist der einzige Kontrahent, der gegen Federer auf dessen bevorzugter Unterlage eine positive Bilanz (2:1) aufweist. Das letzte Duell mit Nadal auf Rasen liegt bereits über eine Dekade Jahre zurück. 2008 verlor Federer im Final in fünf Sätzen. Djokovic trifft am Montag zum Auftakt auf den Deutschen Philipp Kohlschreiber (ATP 57), Rafael Nadal auf den Japaner Yuichi Sugita (ATP 258). Stan Wawrinka eröffnet gegen den belgischen Qualifikanten Ruben Bemelmans (ATP 71). 

Belinda Bencic gegen Ashleigh Barty?

Für weniger Wirbel sorgt jeweils die Auslosung der Frauen, wo sich die Organisatoren bei der Erstellung der Setzliste an die Weltrangliste halten. Allerdings könnte s bereits in den Achtelfinals zur Neuauflage des Finals aus dem Vorjahr zwischen Angelique Kerber und Serena Williams kommen. Wenig Losglück hatte Belinda Bencic (WTA 13), die als Anwärterin auf den Turniersieg gilt. Sie trifft in der Startrunde auf die Russin Anastasia Pavlyuchenkova (WTA 45). Geht es nach Papierform heisst ihre Gegnerin in der dritten Runde Donna Vekic (WTA 22). Bereits in den Achtelfinals käme es zum Duell mit der Australierin Ashleigh Barty (WTA 1), die in Paris ihren ersten Grand-Slam-Titel feiert und in Wimbledon als Favoritin gilt.

Belinda Bencic ist in Wimbledon kein Losglück beschieden.

Belinda Bencic ist in Wimbledon kein Losglück beschieden.

Mit Belinda Bencic (WTA 13), Viktorija Golubic (WTA 83), Jil Teichmann (91), Timea Bacsinszky (WTA 93) und Stefanie Vögele (WTA 100) stehen erstmals überhaupt fünf Schweizerinnen im Hauptfeld von Wimbledon. Bei einem Grand-Slam-Turnier gab es das letztmals 2002 bei den US Open mit Martina Hingis, Patty Schnyder, Marie-Gaïané Mikaelian, Emmanuelle Gagliardi und Myriam Casanova. Die Hoffnungen ruhen indes auf den Schultern von Belinda Bencic, die an Position 13 gesetzt ist und als Anwärterin auf den Sieg zählt.

Gelingt Stefanie Vögele (29, WTA 100) im neunten Anlauf im Hauptfeld von Wimbledon gegen die Estin Kaia Kanepi (34, WTA 72) der erste Sieg, würde sie in der zweiten Runde auf Bencic treffen. Viktorija Golubic trifft auf die Polin Iga Swiatek (18, WTA 83), die im Vorjahr bei den Juniorinnen triumphiert hat. Jil Teichmann gibt gegen die Russin Anastasia Potapova (18, WTA 71) ihr Wimbledon-Debüt, Timea Bacsinzsky trifft auf die Amerikanerin Sloane Stephens (26, WTA 9). Doch das alles sind Spielereien. Und die Auslosung eine Suppe, die heisser gekocht, als dass sie am Ende gelöffelt wird. 

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