Roger Federer, sind Sie stolz auf Ihre Leistung im Final?

Roger Federer: Nein, darauf bin ich nicht stolz, ich bin ja schliesslich keine 15 Jahre alt mehr. Ich habe verloren. So ist das nun mal.

Aber grundsätzlich sind Sie mit dem Turnier zufrieden?

Klar, jetzt nicht, nach der Niederlage. Aber es stimmt schon, ich habe insgesamt ein gutes Turnier gespielt.

Wie lange trauern Sie der verpassten Chance noch nach?

Das ist kein Problem. Der Wechsel von Sand auf Rasen ist für mich der einfachste. Die Rasensaison ist sehr kurz, die will ich richtig geniessen, auch wenn ich gerne auf Sand spiele. Und in Wimbledon habe ich etwas Grosses vor.

Spielen Sie diese Woche in Halle?

Das weiss ich noch nicht, ich werde das erst noch entscheiden. Wenn ich am Mittwoch erst spielen kann, dann vielleicht schon.

Sie scheinen topfit, plagen Sie dieses Jahr keine Krankheiten?

Nein, nicht wirklich, nur die Kleinigkeiten, die meine Töchter auch hatten. Es ist richtig, ich fühle mich ähnlich wie vor zwei Jahren, als ich auch eine gute Trainingsphase hatte. Das Jahr zuvor hatte ich Probleme mit dem Rücken und das Drüsenfieber, vor einem Jahr die Lungenentzündung. Jetzt sagte ich mir, prügle auf den Körper ein, der muss das aushalten. Und so habe ich mit Stefan Koubek super trainiert. Irgendwie bin ich überrascht, dass es so gut geht, irgendwie auch nicht.

War das eigentlich Ihre beste Vorstellung in einem Parisfinal?

Das weiss ich nicht, aber es ist mir doch sehr viel gelungen, ich hatte viele Chancen und habe sie nicht genutzt. Er hat mir aber auch das Leben sehr schwer gemacht, doch ich ihm auch.

Hat Ihnen die Regenpause genutzt?

Ja, erst dachte ich, es wären nur drei, vier Minuten. Ich hab mich hingelegt, da kamen meine Trainer. Es tat gut, tief in ihre Augen zuschauen, zu erkennen, dass sie weiter hinter mir stehen, das gab mir nochmals einen Schub. (aufgezeichnet: mic)