Seit Montag ist Roger Federer «nur» noch die Nummer Sieben der ATP-Weltrangliste. Die Auswirkungen sind für den Schweizer bereits jetzt spürbar: Federer wurde an den am kommenden Montag in New York beginnenden US-Open der wohl härteste Brocken auf dem Weg zum Titel in den Weg gesetzt: Rafael Nadal. Der Spanier, der zuletzt die beiden Hartplatz-Turniere in Montreal und Cincinnati auf beeindruckende Art und Weise gewonnen hatte, könnte für Federer bereits im Viertelfinal die Endstation bedeuten. In der ersten Runde trifft der Baselbieter auf den Slowenen Grega Zemlja (ATP 61).

Für Roger Federer geht es in New York auch darum, einen möglichen Teufelskreis zu durchbrechen. Mit jedem vorzeitigen Ausscheiden aus den Turnieren wird sich seine Weltranglistenposition verschlechtern. Und damit erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, in Zukunft immer früher auf die absoluten Topcracks wie Nadal, Novak Djokovic oder Andy Murray zu treffen.

Immerhin: Der 32-Jährige würde durch ein Viertelfinal-Out keine Weltranglisten-Punkte verlieren. Schon im Vorjahr war für ihn in New York nach einer Niederlage gegen Tomas Berdych das Turnier vorzeitig zu Ende.

Nicht an der Jahres-WM?

Wichtig wäre für Federer ein Exploit auch in psychologischer Hinsicht: Ein Sieg gegen Nadal könnte ihn auf der Zielgeraden seiner Karriere noch einmal zu einem Endspurt anspornen. Kurzfristig geht es für den Baselbieter vor allem darum, sich für die WM in London vom November zu qualifizieren. In der britischen Metropole dürfen sich die acht besten Tennis-Cracks des laufenden Jahres um die Krone streiten.

In der Jahres-Rangliste belegt Federer ebenfalls Platz sieben - allerdings mit einem einigermassen beruhigenden Vorsprung auf den neuntklassierten Stanislas Wawrinka, dem das Losglück im Hinblick auf das US-Open übrigens ebenfalls nicht hold war: Der Romand könnte der Reihe nach auf Radek Stepanek, James Blake, Kevin Anderson und im Viertelfinal auf Andy Murray treffen.