Hopman Cup
Roger Federer hat gut lachen – der «Maestro» ist bereit für neue Glanztaten

Roger Federer und Belinda Bencic starten am Samstag am Hopman Cup in Perth mit dem Startspiel gegen Japan in die neue Saison. Vor dem ersten Ernstkampf geniesst der «Maestro» aber erstmal den australischen Sommer.

Merken
Drucken
Teilen
Für diesen Schnappschuss mit einem Quokka hat Roger Federer ein schmutziges T-Shirt riskiert. (Instagram)

Für diesen Schnappschuss mit einem Quokka hat Roger Federer ein schmutziges T-Shirt riskiert. (Instagram)

SDA

Es war das Comeback des Jahres. Vor 365 Tagen kehrte Roger Federer (ATP 2) nach einer halbjährigen Pause in Australien auf die Tour zurück und sorgte Ende Januar als 35-Jähriger mit dem Gewinn des Australien Open, dem 18. Grand-Slam-Sieg seiner Karriere, für eines der beeindruckendsten Comebacks der Tennis-Geschichte.

Vor seinen beeindruckenden Auftritten in Melbourne mit dem epischen Fünfsatzsieg im Final gegen Rafael Nadal hatte der Baselbieter zwei Wochen zuvor in Perth erstmals wieder gespielt. Und schon in den Partien an der australischen Westküste gegen Daniel Evans, Alexander Zverev und Richard Gasquet hatte Federer die Zweifel aus dem Weg geräumt und angedeutet, dass mit ihm nach seinen Knieproblemen wieder zu rechnen sein wird.

Wie sehr ihn die Fans vermisst hatten, zeigte sein erstes öffentliches Training, als in der Perth Arena mehr als 6000 Zuschauer der Einheit beiwohnten. «Es war sehr, sehr speziell», erinnerte sich Federer.

Federer und Co. bei der Ankunft in Perth:

Nun kehrt er wieder dorthin zurück, wo vor einem Jahr das Märchen begann. «Ich bin glücklich, wieder zurück in Down Under zu sein», so der 36-jährige Baselbieter und postete in den sozialen Netzwerken ein Foto mit einem Quokka, einem westaustralischen Beuteltier. Er hoffe, dass seine erneute Teilnahme am Hopman Cup ein gutes Omen sei, «auch wenn die Situation nun eine total andere ist».

"Nice to meet you" schrieb Roger Federer dazu und versah das witzige Bild mit dem Hashtag #happyquokka, unter dem sich bereits so mancher andere tierliebe Tourist ausgetobt haben.

Der Terminplan in Down Under ist schon dicht gedrängt. Zwei Tage vor dem ersten Ernstkampf mimt Federer auf Rottnest Island den Surferboy, schüttelt West-Australiens Premier Mark McGowan die Hand, posiert für Fotos, spielt mit Kindern Strand-Tennis und gibt Interviews. Der «Maestro» gibt sich locker und völlig relaxt.

Im Gegensatz zu ihm, der von einer sehr guten Saisonvorbereitung berichtete, die er wie gewohnt in Dubai absolvierte, hatten seine stärksten Konkurrenten mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Der Saisoneinstieg von Stan Wawrinka und Rafael Nadal (beide Knie) verzögert sich, Novak Djokovic (in Abu Dhabi) und Andy Murray (in Brisbane) kehren nach langen Pausen zurück.

Bencic: «Das Licht am Ende des Tunnels»

Erneut tritt Federer, der das Mixed-Turnier 2001 mit Martina Hingis gewonnen hat, an der Seite von Belinda Bencic an. Im Gegensatz zu Federer geht für die 20-Jährige aus Wollerau ein mehrheitlich frustrierendes Jahr zu Ende. Nach monatelangen gesundheitlichen Problemen zog Bencic Ende April die Reissleine und liess sich am Handgelenk operieren, der Rückfall auf Position 318 im Ranking war die Folge.

«Wir haben uns richtig entschieden und ich bin froh, dass ich die Operation gemacht habe», sagte Bencic bei ihrer Rückkehr nach Perth. Mitte September gab sie beim Sieg am ITF-Turnier in St.Petersburg ihr Comeback. Und an kleineren Turnieren kämpfte sie sich im Herbst auch Schritt für Schritt in die Top 100 zurück. Zuletzt gewann sie 15 Partien in Folge und die ITF-Turniere in Hua Hin, Taipeh und Dubai.

Bencic ist bereit:

«Die Erinnerungen an das letzte Jahr hier sind unglaublich. Ich habe es enorm genossen», sagte Bencic. Niemand habe sie überzeugen müssen, nach Perth zurückzukehren. Von Federer habe sie auf und neben dem Platz enorm viel gelernt. Das Wissen um die erneute Teilnahme am Hopman Cup half ihr auch während der Verletzungspause. «Es war das kleine Licht am Ende des Tunnels», so die ehemalige Nummer 7 der Welt.

Starkes Teilnehmerfeld

Auf Federer und Bencic wartet in Perth starke Konkurrenz. Mit Alexander Zverev (ATP 4), David Goffin (ATP 7) und Jack Sock (ATP 8) figurieren bei den Männern drei weitere Top-Ten-Spieler im Feld. Nicht ganz so stark präsentiert sich das Feld der Frauen, die im Ranking Höchstklassierte ist die Weltnummer 10 Coco Vandeweghe aus den USA, die zusammen mit Landsmann Sock zum Abschluss der Gruppenphase am Donnerstag auf das Schweizer Duo treffen wird. Mit Angelique Kerber tritt auch eine Grand-Slam-Siegerin und ehemalige Nummer 1 an.

Neben den arrivierten Spielern sind mit dem Lokalmatadoren Thanasi Kokkinakis (21), dem Russen Karen Chatschanow (22), der Japanerin Naomi Osaka (20) und der Belgiern Elise Mertens (22) einige vielversprechende Youngsters gemeldet. (pre/sda)