Feier in Biel

Roger-Federer-Allee eingeweiht – Tennis-König den Tränen nahe: «Ich bin hier ganz normal aufgewachsen»

Roger Federer hat nun seine eigene Strasse. Der 17-fache Grand-Slam-Sieger war heute in Biel, um die Roger-Federer-Allee persönlich einzuweihen. Bei seiner Ansprache war er den Tränen nahe.

An so einem Tag muss ganz einfach die Sonne scheinen: Wenn man Roger Federer eine Strasse schenkt, dann darf kein Wölklein den Himmel trüben. In Biel eröffnete der Tennis-Weltstar gestern seine eigene Allee (offizieller Name: Roger-Federer-Allee) feierlich. Gegen 2000 Schaulustige pilgerten zum nationalen Tenniszentrum, um der Zeremonie beizuwohnen. Und es war keine Zeremonie wie jede andere für den 34-Jährigen. Denn in Biel hat der 17-fache Grand-Slam-Sieger das Fundament für seine immense Profikarriere gelegt. Zwischen 1997 und 2002 verbrachte er fünf Jahre hier, bildete zusammen mit seinen alten Tenniskollegen Yves Allegro, Michael Lammer oder Sven Swinnen Wohngemeinschaften. «Ich hätte mir nie erträumen lassen, dass hier einmal eine Strasse nach mir benannt wird. Das bedeutet mir sehr viel», sagte ein sichtlich bewegter Federer, ehe er mit tränenerstickter Stimme anfügte: «Ich bin hier als ganz normaler Junge aufgewachsen. Und das soll für alle anderen Jungen ein Vorbild sein.»

Roger Federer weiht in Biel seine eigene Allee ein

Roger Federer weiht in Biel seine eigene Allee ein

Zu Ehren des 17-fachen Grand-Slam-Siegers wurde heute die Roger-Federer-Alle eingeweiht. Der Tennisprofi nahm sich viel Zeit für seine Fans, sprach sich für zukünftige Schweizer Tennis Champions aus und verdrückte bei seiner Ansprache ein Tränchen.

Champion mit Ecken und Kanten

Dass Roger Federer selber mal ein Jugendlicher mit allerhand Ecken und Kanten war, mag man sich heutzutage angesichts seiner fast blütenweissen Aussendarstellung kaum mehr vorstellen. Doch der Tennis-Champion machte auch gestern keinen Hehl aus seinen Flegeljahren, die auch in Biel zum einen oder anderen Nebengeräusch führten. Zum Beispiel dann, als er mit seinem aus Frust weggeschleuderten Schläger die nigelnagelneuen Vorhänge in der Tennishalle zerstörte – trotz expliziter Vorwarnung. Die Konsequenz? «Ich musst eine Woche lang mit einer Putzmaschine jeden Morgen die Tennisplätze putzen.»

Hier weiht Roger Federer seine Allee in Biel ein.

Hier weiht Roger Federer seine Allee in Biel ein.

Heute kann er über solche Anekdoten lachen. Aber dass er diese Geschichte an so einem Festakt zum Besten gibt, zeigt, wie geerdet Roger Federer trotz aller Erfolge geblieben ist. Und auch deshalb lagen ihm am gestrigen Tag neben all den Zeremonien, Ehrungen und Feierlichkeiten zwei Dinge besonders am Herzen: 1.) Dass von den vielen Fans, die wegen ihm nach Biel reisten, möglichst viele ein Autogramm erhalten. Poster, Bücher, Tennisbälle, Handys, Kappen – alles musste herhalten für die Unterschrift des Maestros, dessen Anwesenheit einige Anhänger an den Rand der Ohnmacht beförderte. Und 2.) Dass er die Gelegenheit hatte, mit den Kader-Juniorinnen und -Junioren von Swiss Tennis ein von Radio-Moderator Bernhard Schär geleitetes Podiumsgespräch zu führen und deren brennendsten Fragen zu beantworten. «Ich hoffe das inspiriert und motiviert unsere zukünftigen Champions.»

Gang über die Roger Federer Allee im Zeitraffer.

Gang über die Roger-Federer-Allee im Zeitraffer

Noch ist die Strasse, welche vom nationalen Tenniszentrum (welches ab sofort an der Roger-Federer-Allee 1 zu Hause ist) direkt zu den Stades de Bienne (Fussball- und Eishockeystadion) führt, schmucklos und führt grösstenteils durch unbebautes Land. Aber das störte am gestrigen Festtag niemand, schon gar nicht den Hauptdarsteller selbst. Er genoss den Besuch in der Heimat sichtlich und sagte: «Ich hoffe, dass die Leute, die in Zukunft dieser Allee entlanglaufen, Freude empfinden, wenn sie meinen Namen lesen.» Daran bestehen kaum Zweifel.

Meistgesehen

Artboard 1