Nach 2:05 Stunden verwandelte die 26-jährige Radwanska aus Krakow ihren ersten Matchball und machte den bislang grössten Erfolg ihrer Karriere perfekt. Im Halbfinal hatte sie eher unerwartet Garbiñe Muguruza aus Spanien besiegt, während Kvitova, die zweifache Wimbledon-Siegerin, die an ungenügender Spielpraxis leidende Russin Maria Scharapowa ausgeschaltet hatte.

In diesen dramatisch verlaufenen Halbfinals verloren mit Muguruza und Scharapowa just jene beiden Spielerinnen, die in der Vorrunde alle Partien gewonnen hatten. Radwanska und die unberechenbare Linkshänderin Kvitova hatten hingegen zwei von drei Partien verloren und waren jeweils nur dank des besseren Satzverhältnisses weitergekommen. Kvitova und Scharapowa werden sich in zwei Wochen im Fedcup-Final zwischen Tschechien und Russland erneut gegenüberstehen.

Der Final ging stark an die Substanz der beiden Spielerinnen. Radwanska stand in ihrem siebten Auftritt am Frauen-Masters erstmals im Final. Sie ist jetzt auch die erste Spielerin, die das Saisonschluss-Turnier nach einer negativen Bilanz in der Gruppe (1:2 Siege) gewonnen hat.