Swiss Indoors

Positive Zwischenbilanz an den Swiss Indoors

Swiss-Indoors-Präsident Roger Brennwald äussert sich zum Turnierverlauf.

Swiss-Indoors-Präsident Roger Brennwald äussert sich zum Turnierverlauf.

Basels Turnierdirektor Roger Brennwald zieht seine «Ohne-Federer-Bilanz». Klar wird dabei, dass das diesjährige Swiss Indoors auch ohne ihr Aushängeschild Roger Federer oder den Superstar Rafael Nadal bestens funktioniert.

Die Swiss Indoors ohne Roger Federer? Aufgrund der jüngsten Vergangenheit war es nur schwer vorstellbar, wie das Basler Tennisturnier die Abwesenheit ihres Aushängeschilds und die späte Absage von Superstar Rafael Nadal verkraften würde. Nun steht schon vor dem abschliessenden Finalwochenende fest: Es ging überraschend gut. Der Blick auf die Zuschauerbilanz zeigt: Im Vergleich zum Vorjahr ging das Publikumsaufkommen lediglich um 700 Einheiten zurück (70 900 statt 71 600). Es sind – einfach gerechnet – die 700 Zuschauer, die am Dienstagabend, dem traditionellen Federer-Abend, fehlten.

Mit Effort durch die Schallmauer

Damit die Swiss Indoors die 70 000er-Schallmauer auch in diesem, unter den gegebenen Voraussetzungen schwierigen Jahr durchbrechen konnten, war allerdings ein zusätzlicher Aufwand nötig. «Wenn uns der Wind ins Gesicht bläst, leisten wir Widerstand. Wir mussten einen Effort leisten, damit wir das Stadion füllen», sagt Turnierdirektor Roger Brennwald. Das bedeutete unter anderem, in der Basler Innenstadt Klinken zu putzen.

Auch ohne Roger Federer ein voller Erfolg: Die Swiss Indoors mit «Ersatz-Aushängeschild» Stan Wawrinka.

Auch ohne Roger Federer ein voller Erfolg: Die Swiss Indoors mit «Ersatz-Aushängeschild» Stan Wawrinka.

In Zusammenarbeit mit mehreren hundert Geschäften wurde eine Werbekampagne organisiert, die den Kartenverkauf mit Erfolg noch einmal ankurbelte. Für Brennwald ein Zeichen dafür, wie gut das Turnier aufgestellt ist: «Wir sind so gut organisiert, dass wir jederzeit reagieren können auf unvorhergesehene Ereignisse. Die Probleme verlagern sich sowieso von Jahr zu Jahr. Man muss immer einen Plan B, C, D oder E haben.»

In diesem Jahr bereiteten vor allem die Spielerabsagen Bauchschmerzen. Federer out, Nadal out, Kyrgios gesperrt – drei der interessantesten Figuren nicht dabei. «Ja, auch ich hatte ein flaues Gefühl im Magen, als Roger Federer absagte», gibt Brennwald zu. Der 70-Jährige fügt aber auch an: «Man darf nie die Relationen aus den Augen verlieren. Es gibt auf der Welt Wichtigeres als das, was wir hier fabrizieren. Und: Ich habe als Sportler gelernt, positiv zu denken.» Dennoch: Was bei anderen Events zum Super-GAU führen würde, wirkte sich in Basel nicht derart gravierend aus, wie man befürchten musste.

Brennwald verweist dabei auf die Turniere in Stockholm, Moskau und Antwerpen, die in der Woche vor den Swiss Indoors stattfanden: «Im Vergleich zu diesen Turnieren in Weltstädten sind wir privilegiert. In diesen Stadien waren leere Tribünen zu sehen. Es war insgesamt nur ein Top-Ten-Spieler am Start. Wir in Basel hatten einen Aderlass zu verkraften und bieten trotzdem noch ein ausgezeichnetes Teilnehmerfeld.»

Bleibt die Frage, ob man den grossen Abwesenden des Turniers, Lokalmatador Roger Federer, nicht doch irgendwie ins Rahmenprogramm hätte integrieren müssen. «Roger weiss, dass wir ihn bei uns jederzeit herzlich willkommen heissen. Aber ich denke, er hat anderes zu tun, als in Basel Tennis zu schauen. Er konzentriert sich auf sein Comeback. Da muss ich ihn nicht anrufen und bitten, hier Autogramme zu geben. Das ist realitätsfremd», redet Roger Brennwald diesbezüglich Klartext.

Wenn das Turnier morgen Sonntag zu Ende geht, dann hat der Basler Turnierchef immerhin die Gewissheit, dass es auch ein Leben nach Federer gibt. Aber bis es so weit ist, fliesst glücklicherweise noch viel Wasser den Rhein hinunter.

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