ATP-Finals
Novak Djokovic vor Duell: «Roger Federer darfst du nie unterschätzen»

Die Rollen sind verteilt. Novak Djokovic geht heute bei den World Tour Finals als Favorit ins Duell mit Roger Federer. Doch die Weltnummer eins weiss auch: Roger Ferderer sollte man nie unterschätzen, weil er noch immer ein Champion ist.

Michael Wehrle, London
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Duell der Superstars: Novak Djokovic und Roger Federer.

Duell der Superstars: Novak Djokovic und Roger Federer.

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Es ist schon ein wenig verrückt. Da begegnen sich Djokovic und Federer praktisch eine ganze Saison lang nicht auf dem Tenniscourt und dann spielen sie an den beiden letzten Turnieren innerhalb von drei Tagen gleich zwei Mal gegeneinander. Möglich macht es der aussergewöhnliche Spielplan an den World Tour Finals. Weil es nach dem Turnier von Paris-Bercy direkt weiter ging, musste die ATP einen Plan erstellen, der den Spielern wenigstens einigermassen gerecht wird. «Es war natürlich etwas komisch, als ich nach dem Match am Samstag in Paris wusste, dass ich heute schon wieder gegen Roger spiele», sagt Djokovic. «Aber es ist nun mal so, wie es ist», betonten beide übereinstimmend.

Im Halbfinal von Paris-Bercy war Federer nach einem sehr guten ersten Satz am Ende doch chancenlos. Er wirkte ein wenig müde. Doch taufrisch ist auch sein Gegner am Ende der langen Saison nicht mehr. «Mal sehen, für wen das ein Vorteil ist, dass Roger einen Tag länger freihatte, weil ich noch den Final bestreiten musste», sagt Djokovic. Federer hofft schon, dass der Kampf gegen David Ferrer den Serben noch ein wenig Energie gekostet hat.

Dafür kommt Djokovic mit breiter Brust in die O2-Arena. Seit Anfang September, seit der Finalniederlage beim US Open gegen Rafael Nadal, hat der 26-Jährige kein Match mehr verloren. 17-mal in Folge verliess er den Platz als Sieger, gewann drei Turniere. «Im Sommer gings bei mir etwas auf und ab, aber seit dem US Open spiele ich wieder mein bestes Tennis», betont er.

Ähnlich sieht sich auch Federer: «Mein Spiel ist wieder da.» Allerdings bewegt er sich noch nicht ganz auf Augenhöhe mit Djokovic.

«Warum es Federer in dieser Saison nicht so gut gelaufen ist, kann er am besten selber erklären», sagt Djokovic. Aber seiner Meinung nach bewege sich Federer nicht mehr ganz so gut. «Aber er ist Roger Federer, du darfst ihn nie unterschätzen», sagt Djokovic. Federer bringe noch immer eine unglaubliche Qualität ins Spiel: «Und wenn er sich gut fühlt, dann kann es für den Gegner schrecklich werden.»

30-mal trafen beiden bisher aufeinander. Federer führt 16:14. Möglicherweise kommt es aber schon am nächsten Montag zu einem weiteren Duell. Dann, wenn Djokovic und Federer sich in den Final spielen. Wobei die Chancen des Serben dafür deutlich besser stehen.