Roger Federer wurde nicht zum ersten achtfachen Champion in Wimbledon. Und auch nicht zum ältesten Sieger der Neuzeit. In knapp vier Stunden kam er jedoch enorm nahe an eine Krönung, nachdem er im vierten Satz einen Matchball abgewehrt und ausgeglichen hatte. Im fünften Satz hatte der 32-jährige Basler bei 3:3 als Erster einen Breakball, letztlich gelang die Entscheidung aber Novak Djokovic zum 6:4.

Ohne einen einzigen Breakball war es zuvor drei Stunden zuvor im ersten Satz ins Tiebreak gegangen. Djokovic schlug ausgezeichnet auf und stand einem Break meist etwas näher als der Schweizer. Auch in der Kurzentscheidung war es die Weltnummer 2, die sich bei 6:5 und 7:6 die ersten beiden Satzbälle verschaffte. Einmal spielte Federer eine Vorhand auf die Linie, beim zweiten Mal schlug er ein Ass. Und als er bei 8:7 seinerseits die erste Chance auf den Satzgewinn hatte, unterlief Djokovic ein Rückhand-Fehler. Federer hatte zwar nicht mehr, aber alle entscheidenden Punkte gewonnen.

Im zweiten Durchgang gelang dann dem Serben mit einem Rückhand-Passierball das erste Break zum 2:1. Es hielt bis zum Ende, nachdem Federer bei 4:5 eine Chance verpasste zurückzukommen. Der dritte Satz glich dem ersten. Djokovic hatte bei 5:5 zwei Möglichkeiten zu einem vorentscheidenden Aufschlagdurchbruch, Federer wehrte jedoch beide mit Servicepunkten ab - und liess zwei weitere Asse folgen. Diesmal behielt der 27-jährige Serbe aber mit 7:4 die Oberhand. Nach annähernd zweieinhalb Stunden fehlte ihm nur noch ein Satz zum zweiten Wimbledon-Triumph nach 2011.

Der vierte Durchgang bot dann Drama pur. Plötzlich fielen die Breaks en masse. Djokovic zum 1:3, Federer zum 2:3, Djokovic gleich wieder zum 2:4. Er führte 5:2, konnte aber den Sack nicht zumachen. Der Serbe hatte seine letzten drei Grand-Slam-Finals verloren, fünf der letzten sechs - und auch diesmal zeigte er Nerven. Er gab seinen Aufschlag wieder ab, hatte bei 5:4 und Service Federers sogar einen Matchball. Der Service des Schweizers wurde erst out gegeben, eine erfolgreiche Challenge von Federer mithilfe des Hawkeyes zeigte aber ein Ass. Der Basler nützte sein Hoch nach dem Ausgleich sofort aus und glich mit 7:5 auf 2:2 Sätze aus.

Djokovic litt im fünften Satz zunächst noch kurz unter einem Krampf, erholte sich aber wieder. Dennoch machte Federer den frischeren Eindruck. Er konnte seinen Breakball bei 3:3 mit einem Rückhand-Passierball ins Netz aber nicht nützen. Danach wendete sich das Blatt zusehends. Der Serbe konnte beim Stand von 4:3 zunächst mal drei Breakchancen nicht nützen, bei 5:4 und 15:40 blieb Federers Rückhand jedoch an der Netzkante hängen. Nach 3:57 Stunden hatte der Serbe seinen siebten Grand-Slam-Titel, den zweiten nach 2011 in Wimbledon, gewonnen.