Die Halbfinals verliefen ähnlich. Beide Favoriten setzten sich am Ende durch, mussten aber schwierige Momente überstehen. Cilic, der 4:6, 7:5, 6:3 gewann, stand im zweiten Satz beim Stand von 4:4 und 5:5 insgesamt drei Breakbällen gegenüber. Ein Break hätte wohl die Vorentscheidung zu seinen Ungunsten bedeutet. Mischa Zverev, der Viertelfinal-Bezwinger von Stan Wawrinka, konnte seine Chancen aber nicht nutzen und das rächte sich prompt. Etwas später holte sich Cilic mit seinem ersten Breakball der Partie den zweiten Satz mit 7:5.

Zverev spielte wie schon am Freitag gegen Wawrinka eine starke Partie und brachte auch Cilic mit seinen Netzangriffen und Slice-Bällen ins Wanken. Er kam nie von seiner Taktik ab und befreite sich mit cleveren Spielzügen im dritten Satz auch aus argen Notlagen - bis zum achten Game. Da zog Cilic auf 5:3 davon. Obwohl der 29-jährige Deutsche, der ältere Bruder von Alexander, seinen zweiten ATP-Final nach jenem 2010 in Metz verpasst hat, kann er mit seiner Woche am Rheinknie zufrieden sein. Der Qualifikant wird in der Weltrangliste etwa 20 Plätze gut machen und auf Rang 52 vorstossen. Zudem darf er nächste Woche beim Masters 1000 in Paris-Bercy starten.

Cilic, der 2014 das US Open im Final gegen Nishikori gewann, bestreitet am Sonntag um 14.30 Uhr schon sein zweites Endspiel in der Schweiz. Im Mai unterlag er in Genf Wawrinka. Den einzigen Titel in diesem Jahr holte er beim Masters 1000 in Cincinnati. Ein Ziel hat Cilic, der Ende November mit Kroatien den Davis-Cup-Final gegen Argentinien bestreitet, schon mit dem Einzug in den Basler Final erreicht. Er wird am Montag im Jahresranking auf Platz 9 vorstossen, dem letzten Platz, der zur Teilnahme an den ATP Finals in London berechtigt. Diesen muss er nun nächste Woche in Paris-Bercy verteidigen, um dann tatsächlich zum zweiten Mal das Saisonfinale der besten acht zu bestreiten.

Nishikoris zweiter Versuch

Nishikori gewann nach abgewehrten Matchbällen gegen den Luxemburger Muller (ATP 37) 4:6, 7:6 (7:3), 6:3 und steht nach 2011 zum zweiten Mal im Final der Swiss Indoors. Der Aussenseiter spielte stark und setzte den Japaner mit seinem offensiven Spiel unter Druck. Im ersten Satz nahm er ihm vom 2:4 bis zum 6:4 zweimal den Aufschlag ab. Ein kleines Kunststück: Nishikori hatte in den ersten drei Partien in Basel, darunter im Viertelfinal gegen Juan Martin Del Potro, seinen Service nie abgeben müssen.

Muller, der die beste Saison seiner Karriere zeigt, spielte in den ersten beiden Sätzen entfesselt auf und besass beim Stand von 5:4 im zweiten Umgang zwei Matchbälle. Nishikori wehrte beide ab, einen davon mit einem schönen Lob. Im Entscheidungssatz zog der 26-jährige Asiate mit dem 4:2 entscheidend davon und liess sich danach nicht mehr stoppen. Er strebt am Sonntag seinen 12. ATP-Titel an, den zweiten in diesem Jahr. 2011 war er in Basel deutlich mit 1:6, 3:6 an Roger Federer gescheitert.