Das Australian Open in Melbourne bringt Rafael Nadal (ATP 5) eine weitere Enttäuschung. Der Spanier scheidet schon in der 1. Runde aus. Rafael Nadal, Finalist vor zwei Wochen am Vorbereitungsturnier in Doha, unterlag seinem Landsmann Fernando Verdasco, der Nummer 45 der Welt, in vier Stunden und 41 Minuten 6:7 (6:8), 6:4, 6:3, 6:7 (4:7), 2:6.

Rafael Nadal vs Fernando Verdasco: die Highlights

Rafael Nadal vs Fernando Verdasco: die Highlights

Im Entscheidungssatz gelang Verdasco am Ende alles. Der Aussenseiter reihte einen Gewinnschlag an den anderen und gewann die letzten fünf Games hintereinander.

Nadal und Verdasco hatten sich auf dem Melbourner Centre Court schon einmal eine Abnützungsschlacht geliefert. 2009 gewann Nadal auf dem Weg zu seinem einzigen Australian-Open-Triumph den Halbfinal gegen Verdasco in fünf Sätzen nach fünf Stunden und 14 Minuten.

«Diesmal dauerte es 34 Minuten weniger, dafür gewann diesmal ich», freute sich Verdasco am Ende. «Ich denke nicht, dass ich in den sieben Jahren seither jemals wieder so gut gespielt habe wie heute. Und Rafa hat im fünften Satz nachgelassen.»

In der Schlussphase des viertes Satzes sah Nadal noch wie der Sieger aus: Er führte 6:5 und 30:0 (bei Aufschlag Verdasco), hatte zuvor drei Games hintereinander gewonnen, und Verdasco schien zu schwächeln. Mit vier Punktgewinnen hintereinander rettete sich Verdasco aber ins Tiebreak, anschliessend strotzte er nur noch so vor Selbstvertrauen.

Neuer Spielstil

«Ich habe alles gegeben. Das mache ich immer so, wenn ich auf dem Court bin. Manchmal habe ich Erfolg, manchmal nicht. Heute offensichtlich nicht», sagt ein sichtlich niedergeschlagener Rafael Nadal nach dem Aus an der Pressekonferenz. Das Cap hat er ins Gesicht gezogen, den Mundwinkel so verzogen, wie das nur er kann.

Nadal sitzt da auf dem Podest und retourniert die Fragen der Weltmedien. In die Defensive gedrängt, wirkt die Weltnummer 1. Insbesondere als es wieder um seinen «neuen Spielstil» geht. Nadal änderte im letzten Jahr seine Taktik, er steht grundsätzlich weiter vorne und nimmt die Bälle entsprechend früher.

Nadal wehrt sich: «Ich habe mich gut gefühlt, die Trainings waren gut. Ich stehe etwas weiter vorne. Da hat das geklappt, aber im Ernstkampf ist es immer nochmals anders. Solche Umstellungen sind nie einfach, aber wenn ich das nicht versuche, bin ich tot.» Er sagt es in seinem Englisch. Ob er wirklich «death» sagen wollte oder ob ihm im Moment grad kein besseres Wort einfiel, ist ungewiss.

Ob er sich seine Taktik in Zukunft nochmals überlege, lässt er offen: «Man weiss nie, was kommt. Entweder du spielst defensiv oder offensiv. Aber wenn du dazwischen stehst und keine klare Strategie hast, bist du verloren.» (sha/si)