Monte Carlo

Nach Wawrinka verliert auch Federer: Schweizer Duell gründlich geplatzt

Roger Federer scheiterte im Achtelfinal am Franzosen Monfils.

Roger Federer scheiterte im Achtelfinal am Franzosen Monfils.

Das erhoffte Schweizer Viertelfinal-Duell am Masters-1000-Turnier in Monte Carlo ist geplatzt, und zwar richtig. Roger Federer wie auch Stan Wawrinka scheiden in den Achtelfinals ohne Satzgewinn aus.

Nachdem sie sich im letzten Jahr am prestigeträchtigen Sandplatzturnier im Fürstentum sogar im Final (Dreisatzsieg von Wawrinka) gegenübergestanden waren, haben sich die beiden Schweizer Asse diesmal unerwartet früh bezwingen lassen. Zunächst unterlag Wawrinka dem Bulgaren Dimitrov 1:6, 2:6, und gleich danach zog – ebenfalls auf dem Hauptplatz – Roger Federer gegen den Franzosen Monfils mit 4:6 und 6:7 (5:7) den Kürzeren.

Highlight der Partie Federer - Monfils

Highlight der Partie Federer - Monfils

Federer ging im ersten Satz mit einem Break – es sollte sein einziges der ganzen Partie bleiben – in Führung, er liess sich vom rund vier Jahre jüngeren Franzosen jedoch ein- und überholen. Der zweite Durchgang blieb ohne jede Breaks; Federer musste vier, Monfils zwei Breakbälle abwehren. Im Tiebreak führte Federer mit einem Minibreak Vorsprung 5:3, von dort weg machte aber Monfils die letzten vier Punkte der Partie.

Federer war vor dem Match gegen Monfils trotz einer 8:3-Gesamtbilanz in den Direktbegegnungen gewarnt. Das letzte Aufeinandertreffen hatte der Franzose mit 3:0 Sätzen für sich entschieden, und zwar im ersten Match des Davis-Cup-Finals – wobei sich Federer in jenen Tagen gerade von einer Verletzung erholte.

Nicht so gelaufen, wie vorgestellt

Für Federer ist und bleibt Monte Carlo kein gutes Pflaster. Es ist nebst Rom das einzige Masters-1000-Turnier, das er – in mittlerweile zwölf Anläufen – nie gewinnen konnte. Es bleibt bis auf weiteres bei den drei Finalteilnahmen von 2006 bis 2008 und jener vor einem Jahr gegen Wawrinka.

"Es war natürlich nicht das beste Ende dieses Matchs", sagte Federer etwas lapidar. "Ich hätte mit meinem frühen Break besser umgehen sollen. In den zweiten Satz konnte ich mich richtig hinein hängen. Dort machte ich einen guten Job. Und ich hatte ja auch meine Chancen." Weiter sagte der Maestro: "Im ganzen Match ist es mir nie so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte."

Federer kehrt nun umgehend in die Schweiz zurück, um die nächsten Turniere auf Sand in Istanbul und Madrid vorzubereiten.

Im Rahmen der letzten Wochen

Der Match zwischen der Nummer 9 (Wawrinka) und der Nummer 11 der Weltrangliste (Dimitrov) war eine unerwartet einseitige Angelegenheit. Ehe er es sich versah, lag der Australian-Open-Sieger und Davis-Cup-Held der vergangenen Saison 0:4 zurück. Am Ende des Satzes fing er sogar noch ein drittes Break ein.

Wunderschöner Punkt von Dimitrov gegen Wawrinka

Wunderschöner Punkt von Dimitrov gegen Wawrinka

Wawrinka hatte in früheren Jahren die ersten zwei Duelle gegen Dimitrov gewonnen, danach aber behielt der Bulgare sowohl am letztjährigen Rasenturnier in London/Queen's als auch jetzt in Monte Carlo in jeweils zwei Sätzen die Oberhand.

Der Match passte für Wawrinka zu den Leistungen der letzten Wochen. Nach dem Turniersieg Mitte Februar in Rotterdam kam er dreimal in Folge nicht über die 2. Runde hinaus. Nun ist ihm auch das erste Turnier der Sandsaison höchstens mässig gelungen.

Das klare Ergebnis täuscht darüber hinweg, dass Wawrinka gegen Dimitrov keineswegs chancenlos war. Er vermochte jedoch keine einzige seiner sechs Break-Möglichkeiten zu verwerten. Im zweiten Satz vergab er zwei davon, mit denen er hätte ausgleichen können. Der Bulgare dagegen benötigte für seine fünf Breaks nur neun Chancen. Beim ersten Einsatz gegen den Argentinier Juan Monaco (6:1, 6:4) war Wawrinka seinerseits effizient gewesen.

Bescheidene Vorstellung

Insgesamt aber war Wawrinkas Vorstellung bescheiden angesichts eines Gegners, der seit seinem Erreichen der Achtelfinals am Australian Open ebenfalls nicht brilliert hat. Seither ist Dimitrov an jedem Turnier spätestens in der 2. Runde ausgeschieden.

"Ich weiss wirklich nicht, wo ich heute Morgen war", sagte der enttäuschte Waadtländer. "Auf jeden Fall nicht auf dem Platz." Er suchte indessen vergeblich nach den Gründen für die matte Leistung. "Es ist ziemlich sicher ein Problem des Selbstvertrauens. Meine Einstellung hat gestimmt. Jetzt muss ich Lösungen finden, damit so etwas nicht wieder passiert."

Jegliche Vermutungen, er könnte physische Probleme haben, wurden von Wawrinka ausgeschlagen. Wenige Stunden nach dem Ausscheiden im Einzel qualifizierte sich Wawrinka zusammen mit dem Franzosen Benoît Paire für die Viertelfinals im Doppel, dies mit einem Zweisatz-Sieg gegen das renommierte indisch-kanadische Duo Leander Paes/Daniel Nestor.

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