Tennis

Nach Federer verliert auch Wawrinka im Halbfinal: Djokovic war stärker

Stanislas Wawrinka verliert im Halbfinal der ATP World Tour gegen Novak Djokovic.

Stanislas Wawrinka verliert im Halbfinal der ATP World Tour gegen Novak Djokovic.

Heute Sonntag ist kein Schweizer Tennis-Tag: Nach Roger Federer verliert auch Stanislas Wawrinka den Halbfinal der ATP World Tour. Er muss sich Novak Djokovic mit 6:3 und 6:3 geschlagen geben.

Beim lockeren Aufwärmprogramm auf dem Centre Court, rund drei Stunden vor dem WM-Ernstfall, liefen sich Stanislas Wawrinka und Novak Djokovic zufällig über den Weg. Eine kleine Plauderei begann, ein harmloser Small-Talk, um die Nervosität zu überspielen, zuletzt wurden sogar ein paar Witzchen gerissen. Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Spätabends, als der vorletzte WM-Tag, der Halbfinaltag, dann endgültig vorüber war, da war aber Schluss mit lustig für einen der beiden Protagonisten -- und es war, wie allgemein erwartet, Stanislas Wawrinka, der die Koffer packen musste. Als zweiter Schweizer an diesem geschichts-, aber nicht erfolgsträchtigen 10. November 2013.

Von der riesigen Anzeigetafel in der 02-Arena leuchtete schliesslich unbestechlich die 3:6-3:6-Niederlage ins riesige Rund - und hinaus in die Tenniswelt, die bitteren Zahlen, die auch das Saisonende für den Aufsteiger des Jahres dokumentierten. «Ich bin unheimlich erleichtert, dass ich dieses Spiel gewonnen habe», sagte Djokovic noch auf dem Centre Court in einem Blitzinterview, «Stan ist ein Gegner, vor dem ich höchsten Respekt habe. Und er hat in diesem Jahr so gewaltige Fortschritte gemacht.» Statt des erhofften Schweizer Duells treffen nun im WM-Final die Nummer 1 und die Nummer 2 der Weltrangliste aufeinander, Djokovic und Nadal - eine Partie, in die Djokovic mit einer 21 Matches währenden Siegesserie seit dem US Open als leichter Favorit geht.

Zwei epische Duelle hatten sich der Serbe und der Schweizer in dieser Spielserie geliefert, in Melbourne und in New York, jeweils über fünf dramatische Sätze. Beim Saisonausklang, dem Elitemeeting der acht Besten, hatte zumindest eins Bestand - wieder verliess Djokovic, wie übrigens auch beim unspektakulären Vergleich jüngst in Paris, den Spiel-Platz als freudestrahelnder Triumphator, allerdings reichte das Niveau der Partie längst nicht an die Klasse und die abenteuerlichen Drehungen und Wendungen der Grand-Slam-Paarungen heran.

Nicht nur Wawrinka hatte sichtlich mit Nervosität auf der schillernden WM-Bühne zu kämpfen, auch Djokovic, der zwar jüngere, aber in diesen Topspielen noch weitaus erfahrenere Mann brauchte geraume Zeit, um sein Lampenfieber zu überwinden. Wawrinka lag sogar vorübergehend mit einem Break zum 2:1 in Front, doch gleich im nächsten Spiel war auch sein Aufschlag und damit der Vorsprung weg. Das nächste Break gegen Wawrinka, zum 3:5, war noch frustrierender, nicht zuletzt, weil er bei einem Big Point in jenem Spiel die besten Chancen ausliess und Laufwunder Djokovic den Punkt noch erzielte.

Danach setzte Djokovic gegen den konsternierten Romand zu einem kleinen, rasanten Zwischenspurt an, bei dem er nicht nur den Gewinn des ersten Satzes sicherstellte, sondern auch gleich noch einen 2:0-Vorsprung im zweiten Akt herausspielte. Dem WM-Debütanten schien es schwer zu fallen, seine Konzentration zun halten, aber er war energisch bemüht, seine Saison achtbar zu beenden. Nach einer Stunden und 24 Minuten war Wawrinkas Traum dann endgültig vorbei - aber eins blieb bestehen: Die beste Saison der Schweizer Nummer 2, in der er in den Kreis der Starken und Grossen der Welt aufrückte und sich Respekt als Spitzenmann verschaffte.

ATP Finals in London. 2. Halbfinal:

Novak Djokovic (Ser/2) s. Stanislas Wawrinka (Sz/7) 6:3, 6:3.

Final: Nadal (1) - Djokovic (2).

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