French Open
Mission Titelverteidigung in Paris – 5 Gründe, warum Wawrinka das French Open erneut gewinnt

Wiederholt sich das Märchen aus dem letzten Jahr? Gestern fegte Stan Wawrinka den drittletzten Kontrahent vom Platz. Vieles stimmt zuversichtlich, dass der Romand seinen Titel aus dem letzten Jahr verteidigen kann.

Janick Wetterwald
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Was Stan Wawrinka gestern im Viertelfinal des French Open zeigte, war überragend. Ok, sein spanischer Widersacher Albert Ramos-Vinolas (ATP 55) war kein harter Brocken, aber der Spanier schlug im Achtelfinal immerhin Top-10-Spieler Milos Raonic (ATP 9).

Für jeden Sieg ein Selfie: Stan Wawrinka steht im Halbfinal.

Für jeden Sieg ein Selfie: Stan Wawrinka steht im Halbfinal.

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Ein kurzer Rückblick auf das letzte Jahr zeigt, dass Wawrinka damals im Viertelfinal Roger Federer bezwang und damit einen grossen Schritt Richtung Titel – aber auch aus dem Schatten des Tenniskönigs – machte. In diesem Jahr ist er, nach der Absage von Federer, nun sogar die einzige Schweizer Hoffnung im Männertableau. Und mit der Titelverteidigung könnte er das ganze Land erneut verzücken.

Darum holt Stan Wawrinka auch dieses Jahr den Grand-Slam-Titel in Paris:

Zu Beginn des Turniers hatte Wawrinka, der in der Vorwoche vor Roland Garros das Heimturnier in Genf gewann, ein schwieriges Spiel gegen Lukas Rosol, das ihm gleich alles abforderte. Nach 1:2-Satzrückstand zog der Titelverteidiger den Kopf aber aus der Schlinge und gewann in fünf Sätzen.

Danach gab die Nummer 4 der Welt auf dem Weg in den Halbfinal nur noch einen Satz ab. Er steigerte sich kontinuierlich und im Viertelfinal zeigte sich der Romand in Topform. Und vom letzten Jahr wissen wir, wenn Dampflok Wawrinka einmal in Fahrt gekommen ist, kann man ihn kaum mehr stoppen.

Murray gegen Wawrinka: die Bilanz

Murray gegen Wawrinka: die Bilanz

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Kommt noch dazu, dass Murray etwas mehr Mühe hatte auf seinem Weg in die letzten Vier. In den zwei Fünfsätzern zu Beginn des Turniers und in der ersten Phase des Halbfinals gegen Richard Gasquet überzeugte Murray nicht.

3. Leichtigkeit und Selbstvertrauen

Irgendwie hat man das Gefühl, dass die Absenz des grossen Roger Federer den Romand beflügelt. Er ist das erste Mal das alleinige Schweizer Aushängeschild an einem Grand-Slam-Turnier und fühlt sich in dieser Rolle sichtlich wohl.

Wawrinka bei seinem neuen Snapchat-Ritual.

Wawrinka bei seinem neuen Snapchat-Ritual.

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In den Interviews nach seinen Spielen zeigt er sich gut gelaunt und locker. Dazu lässt er seine Follower auf Social Media hautnah dabei sein – er geniesst den Rummel und von Druck ist keine Spur.

Mit der Motivation und dem Selbstvertrauen, als Titelverteidiger bei den French Open zu spielen, kann Wawrinka die letzten beiden Hürden packen und wieder zum Sandkönig von Paris werden.

Die Weltnummer 4 schein im Kopf bereit zu sein. Dazu leistet sicher auch sein Trainer Magnus Norman einen grossen Anteil. Nach den Enttäuschungen im Frühjahr sagte Norman: «Er hat schwierige Wochen hinter sich. Aber er macht im Training die ganze Zeit Fortschritte. Die Richtung stimmt.» Ja, diese Richtung stimmt wirklich. Und wenn Wawrinka mal kurz von seinem Weg abkommt – wie im Startspiel gegen Rosol – hilft ihm sein Kampfgeist und die mentale Stärke. Sein Trainer war aber bestimmt froh, dass es sein Schützling nicht immer so spannend machte.

5. Djokovics Kopf

Novak Djokovic, die Weltnummer 1 aus Serbien, ist mittlerweile bei jedem Turnier der grosse Favorit. Gewonnen hat er eigentlich schon fast alles – ausser eben das French Open. In einem Final zwischen «Nole» und «Stan» könnte das zum entscheidenden Faktor werden. Der Serbe will endlich den Titel in Paris holen und den Karriere-Slam perfekt machen.

Der Haken: Bereits im letzten Jahr machte ihm Stan Wawrinka einen Strich durch diese Rechnung. Für den Schweizer hingegen wäre die Titelverteidigung eine Krönung, eine Finalniederlage gegen Djokovic aber kein Drama.

Djokovic trotz des Regens gut gelaunt, zumindest gegen aussen.

Djokovic trotz des Regens gut gelaunt, zumindest gegen aussen.

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Und falls es tatsächlich nochmals zum Final Djokovic gegen Wawrinka kommen sollte, wird der Schweizer deutlich ausgeruhter ans Werk gehen. Wegen des Regens kommt Djokovic in der letzten Woche im Gegensatz zu Wawrinka nur zu einem einzigen Ruhetag (Samstag).

16. Titel, Genf 2017 Mischa Zverev, 4:6, 6:3, 6:3.
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15. Titel, US Open 2016 Novak Djokovic, 6:7 (1:7), 6:4, 7:5, 6:3.
14. Titel, Genf 2016 Marin Cilic, 6:4, 7:6 (13:11).
13. Titel, Dubai 2016 Marcos Baghdatis, 6:4, 7:6 (15:13).
12. Titel, Chennai 2016 Borna Coric, 6:3, 7:5
11. Titel, Tokio 2015 Benoit Paire, 6:2, 6:4.
10. Titel, French Open 2015 Novak Djokovic, 4-6 6-4 6-3 6-4
9. Titel, Rotterdam 2015 Tomas Berdych, 4:6, 6:3, 6:4.
8. Titel, Chennai 2015 Aljaz Bedene (ATP 156), 6:3, 6:4.
7. Titel, Monte Carlo 2014 Roger Federer, 4:6, 7:6, 6:2
6. Titel, Australian Open 2014 Rafael Nadal, 6:3, 6:2, 3:6, 6:3
5. Titel, Chennai 2014 Edouard Roger-Vasselin, 7:5, 6:2.
4. Titel, Portugal Open, Oeiras, 2013 David Ferrer, 6:1, 6:4.
3. Titel, Chennai 2011 Xavier Malisse, 7:5, 4:6, 6:1
2. Titel, Casablanca 2010 Victor Hanescu, 6:2, 6:3.
1. ATP-Titel: Croatia Open, Umag, 2006 Novak Djokovic, 6:6, w.o.

16. Titel, Genf 2017 Mischa Zverev, 4:6, 6:3, 6:3.

Keystone

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