Seit kurzem ist Ivan Lendl Ihr Trainer. Als er seine grossen Erfolge feierte, waren Sie noch nicht geboren. Wie funktioniert das mit euch?

Alexander Zverev: Wir sind, was unsere Partnerschaft angeht, immer noch in den Flitterwochen. Alles ist wunderbar. Ich habe ihn ausgewählt, um mein Spiel zu verbessern und um die grössten Turniere der Welt hoffentlich irgendwann zu gewinnen.

Wie wurde er in das eingespielte Team mit Ihrem Vater und Ihnen integriert?

Mein Vater und Ivan kennen sich sehr gut. Sie haben früher gegeneinander gespielt. Die Zusammenarbeit funktioniert perfekt.

Was genau soll Lendl Ihnen bringen?

Er hat sein Können als Spieler und dann als Trainer von Andy Murray bewiesen. Seine Erfahrung wird mir sehr helfen.

In Ihrer Heimat Deutschland wird öfter erwähnt, was Sie noch nicht gewonnen haben, als was Sie schon gewonnen haben.

Das wird auch immer so bleiben.

Warum ist das so?

Das hat damit zu tun, dass wir in Deutschland unglaubliche Tennisspieler hatten. Boris Becker hat viel gewonnen. Steffi Graf hat alles gewonnen. Deswegen schaut man in Deutschland mehr auf die Grand Slams und die Nummer 1 der Welt. Da vergisst man schnell, dass ich erst 21 Jahre alt bin und noch viel vor mir habe.

Mit welchen Zielen sind Sie nach Basel gekommen?

Es ist ein unglaublich starkes Turnier. Man muss jedes Spiel voll konzentriert angehen. Der Auftakt gegen Robin Haase ist nicht einfach. Gegen ihn habe ich in Cincinnati vor drei Monaten verloren. Ich schaue von Spiel zu Spiel, will aber eine Weile in Basel bleiben.

Wie gut kennen Sie die Schweiz?

Ich habe als Junior viele Turniere in der Schweiz gespielt. Als Profi war ich nur einmal hier, 2014 als 17-Jähriger dank einer Wildcard. Trotzdem kenne ich dieses Land gut. Auch wegen Roger Federer. Unsere Beziehung ist unglaublich eng.

Wie dürfen wir uns das vorstellen?

Wir verbringen viel Zeit ausserhalb des Platzes und reden gerne miteinander. Da geht es nicht nur um Tennis, sondern auch um das Leben überhaupt. Wir kennen Roger Federer alle als Tennislegende, als grössten Sportler, den die Welt je gesehen hat. Dazu ist er wirklich ein toller Mensch. In Basel habe ich noch nie gegen ihn gespielt. Hoffentlich können wir das diese Woche ändern.