Tennis
«Kommen jetzt nur noch Fragen zu Stan?»

Herr Zavialoff war Trainer von Stan Wawrinka und coacht am aktuellen Wimbledonturnier Timea Bacsinszky. Während er gern über sie referiert, äussert er sich knapp zu seinem ehemaligen Schützling.

Michael Wehrle
Drucken
Teilen
Dimitri Zavialoff zeigt Timea Bacsinszky den richtigen Weg.

Dimitri Zavialoff zeigt Timea Bacsinszky den richtigen Weg.

KEYSTONE

Herr Zavialoff, was glauben Sie, kann Timea Bacsinszky in Zukunft noch erreichen? Steht sie eines Tages unter den Top 10?
Dimitri Zavialoff: Das kann ich nicht sagen. Mich interessiert, dass sie weiter Fortschritte macht, dass sie gut spielt, dass sie zufrieden ist, dass sie gut trainiert, dass sie motiviert ist und gut lebt. Dann kommen die Siege und das Ranking von ganz alleine.

Haben Sie erwartet, dass sie so gut wird?
Ich finde, es ist sehr schnell gegangen. Aber es überrascht mich nicht wirklich, ich wusste schon immer, dass sie sehr stark ist.

Was sind die Gründe für ihren Erfolg?
Sie hat begonnen, sich selbst besser kennen zu lernen. Sie macht sich in gewissen Situationen nicht verrückt, gerät nicht in Panik, sie kann die Situation gut einschätzen, und das alles kommt dann im Tennis zum Tragen, was sehr wichtig ist.

249894765
4 Bilder
249894760
249896410
249896335

249894765

Keystone

Können Sie Timea charakterisieren, als Menschen und als Sportlerin?
Da kommen ganz viele Sachen zusammen. Sie ist sehr enthusiastisch, sie ist leidenschaftlich. Wenn sie etwas nicht mag, dann sagt sie es. Sie spricht es auch genauso aus, wenn sie etwas mag. Ausserdem ist sie sehr kreativ. Und das sind alles sehr wichtige Dinge Sachen, um gut Tennis zu spielen.

Warum haben Sie sich entschieden, mit ihr zu arbeiten?
Ich habe immer geglaubt, dass sie sehr stark ist. Ich weiss, wie sie reagiert, weil ich sie schon lange kenne. Und ich war mir sicher, dass sie viele Matches gewinnen kann.

Haben Sie lange überlegt, als die Anfrage von Timea kam, ob Sie ihr Trainer werden möchten?
Nein, nein, das ging relativ schnell.

Bis vor fünf Jahren trainierten Sie Stan Wawrinka, seit zwei Jahren nun Timea Bacsinszky. Was haben Sie in der Zeit dazwischen gemacht?
Ich habe eine Auszeit genommen, nachdem ich zunächst noch kurz mit Jaroslawa Schwedowa gearbeitet habe. Danach brauchte Zeit für mich, musste über die vergangene Zeit nachdenken.

Was ist der Unterschied zwischen dem Training mit Frauen und mit Männern?
Für mich gibt es da keine grosse Differenz. Das ist eine Frage der Einstellung. Will jemand grosse Unterschiede sehen, dann sieht er sie, will es jemand nicht, dann ist es anders. Und ich bevorzuge die zweite Version.

Arbeiten sie mit Timea mehr an der Technik oder mehr im mentalen Bereich?
Wir arbeiten an beidem.

Haben Sie noch Kontakt zu Stan Wawrinka?
Ein wenig.

Haben Sie Stan zugetraut, dass er einmal zwei Grand-Slam-Turniere gewinnt?
Kommen jetzt nur noch Fragen zu Stan?

Ja. Wollen Sie nicht über ihn reden?
Wir sind in Wimbledon, Timea ist die Weltnummer 15, sie hat sehr gut gespielt. Voilà. Stan kommt sehr gut zurecht.

Okay, wohnen Sie hier eigentlich auch in einem Haus wie andere Spieler und Trainer?
Nein, wir wohnen im Hotel.

Aktuelle Nachrichten