Am Ende ging es für Bencic und Bacsinszky schnell. Während Timea Bacsinszky gegen die vier Jahre jüngere Serbin Krunic (WTA 50) im Entscheidungssatz kein Game mehr gewann, brach Belinda Bencics Widerstand im ersten Duell mit der Weissrussin Sasnowitsch (WTA 33), als die Schweizerin im dritten Satz das Rebreak zum 3:3 verpasste.

Fast gleichzeitig und unmittelbar nebeneinander waren die beiden besten Schweizer Tennisspielerinnen der letzten Jahre auf den Plätzen 8 und 9 der riesigen Anlage in Flushing Meadows zu ihren Partien angetreten; bei praller Sonne, enormer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit, welche die Spielerinnen an ihre Belastungsgrenze brachten.

Bei Bacsinszky wechselten sich Hochs und Tiefs ab - in einer Partie, die wesentlich ausgeglichener war, als es das Resultat vermuten lässt. Vor allem im ersten Satz verpasste die Waadtländerin mehrere Chancen, dem Spiel eine andere Richtung zu geben. Und nachdem sie den Satzausgleich geschafft hatte, missglückte Bacsinszky der Start in den dritten Satz. Am Ende fehlte ihr für eine neuerliche Wende die Kraft, beim Stand von 0:3 hatten sich bei der Waadtländerin erste Krampferscheinungen bemerkbar gemacht.

Das Warten geht weiter

Die im Ranking auf Position 745 abgesackte Bacsinszky wartet damit weiter auf ihren ersten Sieg auf der WTA-Tour in diesem Jahr. Gegen Krunic verlor sie auch die siebte Partie in dieser Saison, der letzte Erfolg datiert vom Juli 2017, als sie in Wimbledon die 3. Runde erreichte. Dass die Lausannerin ausgerechnet in New York aus ihrer Negativspirale finden würde, war allerdings nicht zu erwarten gewesen. Erst einmal, 2008, hatte die ehemalige Nummer 9 der Welt in Flushing Meadows die 3. Runde erreicht.

Auch deshalb wird sich Bacsinszky durch die jüngste Niederlage nicht entmutigen lassen. Sie verspüre keinen Druck, hatte sie bereits vor ihrem Auftritt in New York gesagt. "Ich weiss, woher ich komme und wie schwierig es war zurückzukommen." Eine komplizierte Verletzung am Handgelenk musste sie Ende letzten Jahres operativ behandeln lassen, der Weg zurück erfordert Geduld.

"Es gibt in jedem Beruf harte Zeiten", sagte Bacsinszky, die noch an sechs weiteren Turnieren von ihrem geschützten Ranking profitieren kann. Die Welt werde sich auch nach New York weiterdrehen, denn sie leide ja nicht an einer unheilbaren Krankheit. "Ich bin glücklich mit meinem Leben", so die 29-Jährige, die sich im letzten Winter verlobt hat. "Und früher oder später werden ich auch wieder einmal gewinnen, das ist sicher."

Enttäuschung für Bencic

Während ein Sieg von Bacsinszky nicht hatte erwartet werden können, setzte es für Belinda Bencic (WTA 38) eine Enttäuschung ab. Obwohl die 21-Jährige aus Wollerau in der nordamerikanischen Hartplatzsaison ebenfalls nicht auf Touren gekommen war, in New York hatte sie bislang immer stark gespielt. Bei ihrem Debüt 2014 erreichte Bencic sogleich die Viertelfinals, ihr bestes Grand-Slam-Ergebnis. 2015 und 2016 schaffte sie immerhin den Einzug in die 3. Runde, ehe sie vor einem Jahr verletzungsbedingt fehlte.

Auch gegen die Weissrussin Sasnowitsch sah es lange Zeit gut aus für Bencic. Den ersten Satz gewann sie in einer knappen halben Stunde souverän, ehe sich bei brütender Hitze das Blatt wendete. Die Entscheidung fiel zu Beginn des dritten Satzes, als Bencic das Break zum 1:2 kassierte.

Vögele deklassiert

Stefanie Vögele (WTA 74) erhielt eine 45-minütige Lektion. Die Aargauerin war gegen Monica Puig, die Olympiasiegerin von Rio, chancenlos. Die Weltranglisten-55. aus Puerto Rico spielte gross auf und entschied das ungleiche Duell mit 6:0, 6:0 für sich.

52 der 73 ausgespielten Punkte gingen an Puig. Vor etwas mehr als zwei Wochen hatte noch Vögele das Duell der beiden in der Qualifikation von Cincinnati mit 6:2, 6:0 deutlich für sich entschieden. Aus dieser Niederlage konnte Puig offenbar die richtigen Schlüsse ziehen.