Am Ende konnte sich Kathinka von Deichmann kaum mehr auf den Beinen halten, geschweige dann richtig bewegen. Auch Tabletten und die Physiotherapeutin brachten keine Linderung der Schmerzen. Nach gut zwei Stunden Spielzeit musste sie beim Stand von 6:1, 6:7 (0:7), 2:5 wegen Krämpfen in den Beinen aufgeben, nachdem sie im entscheidenden Durchgang noch 2:0 geführt hatte. "Es war unmöglich weiterzuspielen", sagte von Deichmann. "Die Bedingungen waren brutal."

So endete das bislang erfolgreichste Turnier in der Karriere der 24-Jährigen aus Vaduz mit bitteren Tränen. "Die Enttäuschung ist natürlich riesig, trotzdem kann ich stolz sein, was ich erreicht habe." Als erste Liechtensteinerin überhaupt hatte von Deichmann das Haupttableau eines Major-Turniers erreicht und damit im Land mit seinen 38'000 Einwohnern Sportgeschichte geschrieben. "Es war sehr geil, ich kann es nicht anders sagen."

Lange hatte es danach ausgesehen, als könnte die in der Agglomeration München trainierende von Deichmann auch gegen Kalinina ihre in der Qualifikation gestartete Siegesserie weiter ausbauen. Nach einem starken ersten Satz stand sie beim Stand von 6:1, 6:5 und 30:15 bei Aufschlag ihrer ukrainischen Widersacherin nur zwei Punkte von einem Duell mit der amerikanischen Titelverteidigerin Sloane Stephens entfernt. Danach verlor sie zehn Punkte in Folge und damit den zweiten Satz im Tiebreak.