Tennis
Jakob Hlasek erinnert sich: «Für meinen Magen war der Davis Cup nichts»

Vor 22 Jahren spielte Jakob Hlasek im Davis-Cup ebenfalls in Genf vor 18000 Fans. Der ehemalige Schweizer Tennis-Star blickt zurück und glaubt fest an den Einzug der Schweizer ins Halbfinal im Davis Cup.

Michael Wehrle
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Jakob Hlasek hat sich 1992 in Genf vor 18000 Fans im Davis-Cup für die Schweiz erfolgreich verausgabt.key

Jakob Hlasek hat sich 1992 in Genf vor 18000 Fans im Davis-Cup für die Schweiz erfolgreich verausgabt.key

Es war im Herbst 1991. Im Badener Sportzentrum Baregg spielten Jakob Hlasek und Marc Rosset gegen Neuseeland um den Aufstieg in die Weltgruppe im Davis-Cup. Auf der Tribüne verloren sich wenige hundert Fans. Am Samstag zum Doppel füllten die Veranstalter die Plätze mit Schülern, denen sie Gratis-Billetts in die Hand drückten. Locker setzten sich die Schweizer durch. Bei der abschliessenden Pressekonferenz in einer der Umkleidekabinen sagte Hlasek vor einer Handvoll Journalisten: «Wenn alles passt, können wir mal in einen Final kommen.»

Knapp ein Jahr später stürmen täglich 18 000 Fans die Palexpo-Hallen in Genf. Hlasek und Rosset spielen im Halbfinal und fegen Brasilien mit 5:0 vom Platz. Es hat alles gepasst in diesem Jahr. Zunächst der Sieg gegen Holland, dann verzockte sich Frankreichs Captain Yannick Noah bei der Aufstellung der Spieler, unterschätzte die Schweizer und fiel auf die Nase. Das Heimspiel gegen die Sandhasen aus Brasilien auf einem schnellen Hallenboden, war dann fast schon ein Freilos.

Es geht um die Schweiz

«Jedes Mal, wenn ich in die Palexpo-Halle komme, erinnere ich mich daran», sagt der heute 49-jährige Hlasek. Morgen wird es wieder so weit sein, er fiebert mit der Schweiz im Viertelfinal gegen Kasachstan mit. Endlich wieder einmal kann Swiss Tennis gross anrichten. Tribünen für 16 000 Fans hat der Verband diesmal gebaut. Einer davon ist Hlasek. Vor 22 Jahren durften gar noch 2000 Fans mehr zuschauen, das war aber auch ein Halbfinal.

«Das war unglaublich», erinnert sich Hlasek. Er habe ja auch beim US Open vor einer solch grossen Kulisse gespielt: «Doch bei einem Turnier ist es eher ruhig, beim Davis-Cup hingegen stehen alle hinter dir.» Es gehe um die Schweiz. «Da möchtest du einfach gut sein», sagt Hlsasek und betont: «Für meinen Magen war das nichts.» Viel nervöser sei er gewesen, als vor einem Turnier. Und ein Rezept gegen seinen unruhigen Magen habe er keines gefunden. «Doch das gehört zum Spitzenport, du lernst damit umzugehen», sagt er.

Der Davis-Cup sei extrem. «Nach einem Sieg fühlst du dich im höchsten Hoch, doch nach einer Niederlage fällst du genauso tief», beschreibt er seine Gefühle. Solche soll es aber ab morgen nicht geben. «Ich glaube, die Schweiz gewinnt gegen Kasachstan», sagt er.

Er wolle es zusehen und geniessen. «Und dann wünsche ich mir einen Halbfinal gegen Italien», blickt er schon voraus. Das gäbe nochmals zusätzlichen Schub und dann wäre auch Zeit genug, so ein Spektakel so richtig zu inszenieren, womöglich mit mehr als 20 000 Fans. «Jetzt musste ja nach dem überraschenden Sieg in Serbien alles ruckzuck gehen», sagt Hlasek.