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«Ich habe versucht zu bluffen»: Rafael Nadal geht am Pokertisch unter

Für Rafael Nadal hat das Turnier in Monte Carlo mit einer Niederlage abseits des Tenniscourts begonnen. Der Spanier musste sich kurz vor dem Start der europäischen Sandplatz-Saison am Pokertisch geschlagen geben.

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Rafael Nadal am Pokertisch mit der Profispielerin Vanessa Selbst
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Rafael Nadal versucht ein Pokerglück im Casino Monte Carlo
Nadal über seine Niederlage: «Ich habe versucht zu bluffen, aber damit hatte ich bei ihr keine Chance.»
Tennisstar Rafael Nadal versucht sich als Pokerspieler
Nadal verzockte sich im Spielerparadies - im «Heads-up» gegen Profispielerin Vanessa Selbst (USA) geht er unter.
Nadal über sein Pokerspiel: «Ich spiele aus Spass, aber will schon besser werden.»

Rafael Nadal am Pokertisch mit der Profispielerin Vanessa Selbst

Keystone

Auf eine coole Sonnenbrille hatte Rafael Nadal im Salon Touzet verzichtet. Wie erwartet. In seinem dunkelblauen Anzug und dem blütenweissen Hemd wirkte der Sandplatz-König der Tennistour im Casino von Monte Carlo wie ein braver Schuljunge auf dem Abschlussball.

Die Niederlage am grünen Tisch konnte auch sein mittlerweile durchaus akzeptables Pokerface nicht verhindern. Nadal verzockte sich im Spielerparadies. Und das kurz vor dem Auftakt der europäischen Sandplatz-Saison, die mit dem Masters in Monaco am Montag beginnt.

Als schlechtes Omen wollte Nadal die Schlappe im "Heads-up"-Poker gegen Profispielerin Vanessa Selbst (USA) aber nicht sehen. "Ich habe versucht zu bluffen, aber damit hatte ich bei ihr keine Chance", sagte der Weltranglistenerste im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID): "Ich spiele aus Spass, aber will schon besser werden."

Der 13-malige Major-Gewinner aus Spanien sieht durchaus Parallelen zwischen seinen beiden Leidenschaften. "Du brauchst Selbstdisziplin, Geduld und Konzentration. Und ohne mentale Stärke kannst du weder im Tennis noch beim Pokern erfolgreich sein", meinte Nadal.

Seit 15 Monaten hat der achtmalige French-Open-Rekordsieger in Alfonso Cardalda sogar einen Pokercoach an seiner Seite. "Rafa ist einfach ein Siegertyp. Bei entsprechendem Training könnte er einer der besten Pokerspieler der Welt werden", sagte Cardalda dem SID und verriet das Geheimnis des 27-Jährigen: "Er ist sehr wissbegierig, saugt die Informationen regelrecht auf und ist unglaublich ehrgeizig."

Besonders im Jahr 2012, als sein Problemknie Nadal zu einer siebenmonatigen Turnierpause zwang, intensivierte er das Spiel mit den Karten. "Ich brauche diesen Wettkampf, dieses Messen mit anderen. Es hat mir in dieser Phase sehr geholfen", berichtete der "Stier von Manacor", der beim Pokerduell mit Vanessa Selbst aber kein Glück hatte. Vor Jahresfrist hatte Nadal in Prag immerhin den ehemaligen brasilianischen Fussballstar Ronaldo und einen der besten Pokerprofis, Daniel Negreanu, besiegt.

Ab Montag hat die Zockerei für Nadal, prominentester Botschafter von PokerStars.de, erst einmal ein Ende. "Bluffen auf dem Tennisplatz? Das geht nicht", sagte er schmunzelnd. Beim mit 3,5 Millionen Euro dotierten Masters in Monte Carlo greift der Linkshänder nach seinem neunten Titel an der Côte d'Azur seit 2005. Nur zwei von insgesamt 50 Matches hat "Rafa" dort verloren.

Im vergangenen Jahr hatte Novak Djokovic mit seinem Finalsieg über Nadal dessen achtjährige Erfolgsserie im Fürstentum gestoppt. Der Serbe, der wieder von Boris Becker betreut wird, ist in Monaco ebenso wie Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer (Schweiz) am Start.

Nadal hat in seiner Profikarriere nur 21 von 319 Matches auf Asche nicht gewinnen können und greift im Juni in Paris nach seinem neunten French-Open-Titel. Deutsche Teilnehmer im Country Club von Monte Carlo sind Tommy Haas, Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer.

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