Wimbledon

Heute ist der geilste Tag des Jahres für alle Tennis-Fans

Roger Federer (r.), während seiner Zweitrundenpartie gegen Sam Querrey) darf am «Manic Monday» einmal mehr auf dem Centre Court antreten.

Roger Federer (r.), während seiner Zweitrundenpartie gegen Sam Querrey) darf am «Manic Monday» einmal mehr auf dem Centre Court antreten.

Am «Manic Monday» stehen in Wimbledon traditionell alle Achtelfinals der Männer und Frauen auf dem Programm - ein Tag ununterbrochenes Spitzentennis. Der Traum eines jeden Tennis-Fans wird dadruch einmal im Jahr zur Realität.

«Manic Monday», so nennen die Engländer den Start in die zweite Woche des Wimbledonturniers. Manischer Montag oder verrückter Montag oder super Montag, wie auch immer der heutige Tag auf Deutsch übersetzt wird, für Tennisfans ist es ein Feiertag. Es gibt keinen Tag, an dem eine geballtere Ladung des Sports auf sie herunterprasselt. 16 Achtelfinals stehen heute in Wimbledon auf dem Programm, acht bei den Männern, acht bei den Frauen. So etwas gibt es nur am «Manic Monday» in Wimbledon – auf sechs Plätzen.

Möglich macht diesen Tag die Tradition in Wimbledon. Der mittlere Sonntag ist als Ruhetag gedacht, es wird nur im äussersten Notfall gespielt. Erst drei Mal in der Geschichte opferten die Organisatoren den «Middle Sunday» – 1991, 1997 und 2004. Auch den Anwohnern ist versprochen, dass dieser Sonntag spielfrei bleibt. Allerdings hat der Ruhetag auch einen ganz simplen Grund und nichts mit Kirche zu tun, wie oft erzählt wird. Die Greenkeeper brauchen diesen Tag, um die Rasenplätze wieder in Ordnung zu bringen.

Nadal beschwerte sich

Stur sind die Engländer, wenn es um solche Traditionen geht. Für die Spieler ist das zum Teil hilfreich, manchmal aber auch mühsam. So weiss der Titelverteidiger, dass er am Montag das Turnier eröffnet und die Frauen am Dienstag dran sind. Konsequent wird dann das Tableau an den entsprechenden Tagen gespielt.

Damit weiss jeder Spieler direkt nach der Auslosung am Freitag, wann er an der Reihe ist. Ganz im Gegensatz zum French Open, das die erste Runde auf drei Tage verteilt und erst am Freitagabend bekannt gibt, wer denn am Sonntag bereits an der Reihe ist.

Die Konsequenz, den mittleren Sonntag nicht zu opfern, führte aber auch schon zu heftigen Diskussionen. So musste Rafael Nadal im Jahr 2007 fünf Tage lang durchhalten, bis er am Mittwoch der zweiten Wochen seine Partie der dritten Runde gegen Robin Söderling beendet hatte, die am Samstag noch vor dem ersten Ballwechsel nach dem Einspielen abgebrochen worden war.

Einzigartig in England

Weil aber die Wettervorhersage für Sonntag schlecht war, liessen es die Organisatoren des All England Lawn Tennis and Croquet Clubs beim freien Sonntag. Dumm war nur, dass es den ganzen Sonntag trocken blieb. Am Montag vergab dann Nadal einen Matchball, am Dienstag regnete es und so ging die ganze Sache erst am Mittwoch zu Ende. «Sie denken hier überhaupt nicht an die Spieler», beschwerte sich Nadal.

Der «Manic Monday» aber ist die Folge des «Middle Sunday». Den gibt es bei keinem anderen Grand-Slam-Turnier, deshalb wird die Hälfte der Achtelfinals in Paris, Melbourne und New York am Sonntag gespielt. Bei den Männern gibt es heute in Wimbledon die Nummern eins bis vier der Welt – Novak Djokovic, Roger Federer, Andy Murray und Stan Wawrinka – zu sehen.

Bei den Frauen ragen Serena Williams und ihre Schwester Venus heraus, sie treffen sich zum Sisteract. Dazu kommen Maria Scharapowa, Caroline Wozniacki und Lucie Safarova aus den Top 10.

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