Australian Open
Grosser Kampf, kleiner Ertrag: Aus für Bacsinszky gegen Gavrilova

Zweieinhalb Stunden Kampf reichten nicht: Trotz ihrer besten Leistung in dieser Woche unterlag Timea Bacsinszky in der 3. Runde des Australian Open der frenetisch angefeuerten Australierin Daria Gavrilova.

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Timea Bacsinszky verpasste am Australian Open in Melbourne den erstmaligen Einzug in die Achtelfinals.

Timea Bacsinszky verpasste am Australian Open in Melbourne den erstmaligen Einzug in die Achtelfinals.

KEYSTONE/EPA AAP/JULIAN SMITH

Die gebürtige Russin Gavrilova tanzte kurz vor Mitternacht ausgelassen durch die Rod Laver Arena, fast 10'000 meist australische Fans waren begeistert. Keine Augen für die Feierlichkeiten hatte Timea Bacsinszky. Sie hatte zwar einiges zu einer unterhaltsamen Partie beigetragen, stand am Ende aber mit leeren Händen da. In gut zweieinhalb Stunden unterlag die Weltnummer 15 der elf Positionen schlechter klassierten Australierin 3:6, 7:5, 4:6.

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Schwer enttäuscht meinte die Waadtländerin: "Es tut weh, denn es fehlte nicht viel. Ich habe alles gegeben und mein Herz auf dem Platz gelassen. Es ist frustrierend, dass es trotzdem nicht gereicht hat."

Bacsinszky hätte auch wesentlich schneller ausscheiden können. Nachdem sie einen ersten Satz mit insgesamt sechs Breaks verloren hatte, gab sie im zweiten eine 5:3-Führung preis, ehe sie doch den Satzausgleich schaffte. Im entscheidenden Durchgang ging sie sogar mit einem Break 1:0 in Führung, ehe der Faden wieder riss. Die 27-jährige Waadtländerin gab vier Games in Folge ab.

Ein Handicap, das sich nicht mehr korrigieren liess, auch wenn Bacsinszky nochmals alles versuchte. Beim Stand von 2:5 wehrte sie zwei Matchbälle mit einem Servicewinner und einem Ass ab und verkürzte wenig später sogar auf 4:5. Das folgende Aufschlagspiel gab sie aber gleich zu Null ab, so dass Publikumsliebling Gavrilova mit ihrem Tänzchen beginnen konnte. Sie egalisiert mit der Achtelfinalqualifikation ihr bestes Grand-Slam-Resultat vom Vorjahr und setzte sich im dritten Spiel zum dritten Mal in drei Sätzen durch.

Bacsinszky ist am Australian Open noch nie über die 3. Runde hinauskommen. Sie zeigte aber am späten Samstagabend - die Partie begann wegen des Vierstunden-Marathons von Rafael Nadal gegen Alexander Zverev mit zwei Stunden Verspätung - eine deutlich bessere Vorstellung, als in den ersten beiden Runden, in denen sie vor allem von den Schwächen der Gegnerinnen profitierte.

Es gelang ihr aber etwas zu wenig, Gavrilova mit ihrer starken Rückhand zu dominieren. Bereits die ersten beiden Duelle mit der im Dezember 2015 eingebürgerten Australierin hatte sie verloren.

Angesichts der Anfang Jahr erlittenen Bauchmuskelzerrung, die sie von beiden Vorbereitungsturnieren fernhielt, kann sie mit ihrem Abschneiden aber zufrieden sein. "Es fehlte mir doch etwas die Matchpraxis", stellte sie fest. "Aber ich werde die Enttäuschung in positive Energie und Motivation umwandeln." Sie nehme auch viel Gutes aus Melbourne mit. Zum Beispiel die Erinnerung an eine "super Atmosphäre" bei ihrem ersten Spiel in der Rod Laver Arena.