Nach ihrem Coup zum Auftakt gegen die Vorjahresfinalistin Venus Williams war Belinda Bencic von der internationalen Presse gefeiert worden. Sogar als Aussenseitern auf den Turniersieg wurde die ehemalige Nummer 7 der Welt gehandelt. Und in Anlehnung an Martina Hingis, der Siegerin von 1997 in Melbourne, wurde Bencic vom Platzspeaker als neue "Swiss Miss" vor der Partie gegen Kumkhum angekündigt - knapp eineinhalb Stunden später war sie zurück auf dem Boden der Realität.

Als "sehr unbequeme" Gegnerin hatte Bencic die Thailänderin vor der Partie charakterisiert. Gegen die 24-Jährige mit der doppelhändigen Vor- und Rückhand hatte sie bereits zweimal gespielt, wobei beide je eine Partie gewonnen hatten. Im dritten Vergleich startete die Schweizerin zwar besser in beide Sätze und schaffte jeweils gleich ein Break, danach musste sie aber ihrer Gegnerin das Spieldiktat überlassen.

Während Bencic vor allem bei eigenem Service nicht mehr an ihr Niveau von der Partie gegen Venus Williams herankam, spielte Kumkhum in der Mittagshitze im Melbourne Park gross auf und qualifizierte sich erstmals in ihrer Karriere für eine 3. Runde an einem Grand-Slam-Turnier. Insgesamt gelangen der Thailänderin 30 Winner.

Obwohl Bencic insgesamt nur vier Games gewann, war das Verdikt weniger deutlich, als es das Resultat vermuten lässt. Symptomatisch war das letzte Game, als Bencic drei Matchbälle in Folge souverän abwehrte, beim vierten Matchball eine Rückhand aber (zu) einfach ins Netz schlug. Auch zuvor hatte sie bei vielen umkämpften Games am Ende jeweils den Kürzeren gezogen.