Eine viel einfachere Aufgabe hätte sich Roger Federer für den Start in sein 16. Wimbledonturnier kaum wünschen können. Der Italiener Paolo Lorenzi (ATP 83) hatte zuvor in zwölf Anläufen noch nie eine Partie an einem Grand-Slam-Turnier gewonnen - und auch der 13. Versuch brachte kein Glück. Die Weltnummer 4 brauchte gegen den Sandplatz- und Grundlinienspezialisten lediglich 93 Minuten, um auf dem zweitgrössten Platz sicher in drei Sätzen zu gewinnen.

Hätte Federer bei einigen Breakbällen - oder bei den fünf vergebenen Matchbällen - etwas konsequenter agiert, wäre der Sieg noch klarer ausgefallen. "Ich wusste nicht so genau, wie er unter DRuck aufschlagen und spielen würde", erklärte der 32-jährige Basler, der erstmals gegen Lorenzi antrat. Alles in allem sei er aber sehr zufrieden. "Ich habe ein gutes Gefühl für die Rasenplätze hier bekommen, die doch ein wenig anders sind als die Courts in Halle oder die Trainingsplätze."

Klar sei aber, dass die zweite Runde mit Sicherheit schwieriger werde. Dort trifft Federer am Donnerstag auf den Franzosen Julien Benneteau (Fr, ATP 46) oder den luxemburgischen Linkshänder Gilles Muller (ATP 103).

Nur zwei Minuten länger als Federer brauchte zuvor Stan Wawrinka, der wegen der speziellen Rasen-Regelung in Wimbledon als Weltnummer 3 nur als Nummer 5 gesetzt ist. Nach 1:35 Stunden hatte der 29-jährige Westschweizer die Sache gegen João Sousa erledigt und darf nach seinem besten Auftritt in Wimbledon in den letzten vier Jahren getrost dem weiteren Turnierverlauf entgegensehen. Seit zwei Achtelfinals 2008 und 2009 hatte Wawrinka nur noch eine Partie gewonnen und der Reihe nach gegen die Nummern 70 (Istomin), 116 (Bolelli), 35 (Melzer) und 70 (Hewitt) verloren.

Sousa, die Nummer 41 der Welt und in Halle Gewinner eines Satzes gegen Roger Federer, liess zwar verschiedentlich sein beträchtliches Können aufblitzen, war aber dennoch kein echter Gradmesser. Wawrinka konnte sich vor allem auf seinen Aufschlag verlassen (18 Asse). Zudem schlug er weitere 21 Winner bei lediglich 15 unnötigen Fehlern. Der Portugiese konnte sich im gesamten Spielverlauf keinen Breakball erarbeiten.

"Ich bin sehr zufrieden", sagte Wawrinka danach. "Ich habe gut aufgeschlagen und bin immer konzentriert geblieben." Beim Auftakt auf Rasen sei man nie komplett ruhig. Zudem hatte er vergangene Woche noch drei Tage mit Fieber im Bett verbracht und war deshalb froh, erst am Dienstag spielen zu müssen. Nun fühle er sich körperlich aber wieder völlig fit.

In der zweiten Runde trifft Wawrinka nun auf den Taiwanesen Lu Yen-Hsun (ATP 47), der Alexander Nedowjesow (ATP 102) aus Kasachstan in fünf Sätzen niederrang. Gegen Lu hat Wawrinka - wie zuvor gegen Sousa - noch nie gespielt. "Ich habe ihn schon ein paar Mal spielen gesehen, aber auch noch nie mit ihm trainiert."