Beim Masters der Golfprofis in Augusta kleidet der Vorjahressieger jeweils seinen Nachfolger in ein grünes Jacket ein. Der Schweizer Tennisverband Swiss Tennis nahm sich dies zum Vorbild. Jeder Spieler, der einmal für die Schweiz im Davis-Cup im Einsatz stand erhält ein neues Jacket, nicht in grün, sondern in dunkelblau.

Jeweils im Rahmen einer Partie im Davis-Cup werden vier Mann geehrt. Es geht nach der Reihenfolge, in der sie zum Einsatz kamen. Der erste Mann trägt die Nummer eins auf seinem Jacket.

Nummern 34 bis 37

Vor dem Halbfinal gegen Italien waren nun die Nummern 34 bis 37 dran. Fredy Blatter spielte als 34. für die Schweiz, im Mai des Jahres 1972 in Rumänien. Chancenlos waren die Schweizer gegen die Weltklassespieler Ilie Nastase und Ion Tiriac. Sie gewannen die ersten zwei Einzel klar und machten im Doppel gegen Blatter und Matthias Werren schon den Sack zu. Immerhin gewannen die Schweizer einen Satz.

Blatter durfte dann auch noch das vierte Einzel bestreiten, er unterlag Petre Marmureanu. Beim offiziellen Abend, wo auch Roger Federer dabei war, erhielt Blatter nun sein Jacket mit der Nummer 34, gemeinsam mit der 36 Max Hürlimann und der 37 Heinz Günthardt. «Für mich war das schon ein besonderer Moment, ich bin ein Teamspieler und fasziniert vom Davis-Cup», sagt Blatter.

Wie angegossen passt Blatter das Jacket, dagegen schlotterte Günthard im zu grossen Kittel herum. «Das ist aber kein Problem», erzählt Blatter. «Heinz kann das auf Kosten von Swiss Tennis anpassen lassen.»

65 Jahre und noch nicht müde

In wenigen Tagen wird Blatter 65 Jahre alt, doch noch ist er kein bisschen müde. Zunächst geniesst er den Davis-Cup, dann geht geht’s wieder ab in die Tennishalle. Und lernbegierig ist er auch noch. Er besucht in Magglingen eine sportartenübergreifende Ausbildung, schliesst mit dem Diplom zum Swiss Olympic Trainer ab.

Seine Kollegen sind unter anderen die ehemaligen Fussballnationalspieler Raphael Wicky und Johann Vogel. «Ich bin noch fit, fühle mich gesund und bin wissbegierig», nennt Blatter die Gründe, weshalb er im Rentenalter noch einmal die Schulbank drückt.