Tennis
Federer und Wawrinka müssen um Teilnahme an ATP Finals zittern

Die beiden Schweizer Tennisprofis Roger Federer und Stanislas Wawrinka müssen für ihre Teilnahme an den ATP Finals in London hart kämpfen. Im schlimmsten Fall droht eine Rolle als Ersatzspieler.

Marcel Staudenmann
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Federer und Wawrinka

Federer und Wawrinka

Keystone

Ab nächstem Montag gilt es für Roger Federer und Stanislas Wawrinka ernst: An den Swiss Indoors in Basel kämpfen die beiden Schweizer Tennis-Aushängeschilder um wichtige Weltranglistenpunkte und die Teilnahme an den ATP World Tour Finals in London, an denen nur die acht besten Spieler des Jahres 2013 teilnehmen dürfen.

Federer strebt die zwölfte Teilnahme in Folge und damit den Rekord von Ivan Lendl an. Im Gegensatz zu früheren Jahren muss der Basler dieses Jahr aber ungewohnt lange zittern. Während die Top-Spieler Rafael Nadal, Novak Djokovic, Andy Murray, David Ferrer und Juan Martin del Potro das Ticket nach London bereits auf sicher haben, befindet sich Federer als Achtklassierter auf der Zitterposition. Auch Stanislas Wawrinka, der mit fünf Punkten Vorsprung vor Federer auf dem siebten Rang liegt, kann seine Reise nach London noch nicht definitiv planen.

Absage von Murray

Zum Glück für die beiden Schweizer musste der Weltranglisten-Vierte Andy Murray seine Teilnahme trotz bereits erfolgter Qualifikation absagen: Nach seiner Rücken-Operation im September wird er nicht mehr rechtzeitig fit und will sich im Hinblick auf die nächste Saison komplett auskurieren. Damit wird ein zusätzlicher Startplatz frei, was die Chancen von Federer und Wawrinka beträchtlich erhöht.

Da der sechstklassierte Tscheche Tomas Berdych sich höchstwahrscheinlich nicht mehr einholen lassen wird, müssen sich die beiden Schweizer nach hinten orientieren: Die Franzosen Jo-Wilfried Tsonga (aktuell 9.) und Richard Gasquet (10.), sowie der Kanadier Milos Raonic (11.) werden im Kampf um das Ticket nach London noch ein Wörtchen mitzureden versuchen. Im Gegensatz zu Federer und Wawrinka gönnen sich die drei Cracks keine Pause. Tsonga steht am ATP-Turnier in Wien im Einsatz, Gasquet versucht, in Moskau wichtige Punkte zu ergattern, und Raonic will in Stockholm den Abstand auf Federer und Co. verringern.

Federer als Ersatzspieler

Je nach Resultate der Verfolger wird der Druck für Roger Federer grösser: Gelingt es Tsonga, dass Turnier in Wien zu gewinnen, überholt er sowohl Wawrinka als auch Federer im Jahresranking. Wenn auch Gasquet in Moskau gewinnen sollte, würde er bis auf mickrige 25 Punkte an Federer heranrücken. Etwas grösser wäre der Abstand bei Milos Raonic: Triumphiert der Kanadier in Stockholm, würde er noch 170 Punkte zurückliegen.

Aber auch, wenn die Verfolger Federer und Wawrinka noch von den startberechtigenden Plätzen verdrängen sollten, gäbe es für die beiden Schweizer die Möglichkeit, in London dabei zu sein: Da die Organisatoren der ATP Finals im Falle einer Verletzung eines Top-Spielers sofort reagieren können wollen, müssen stets zwei Ersatzspieler vor Ort sein, was für den ehemaligen Dominator und Tenniskönig Federer wahrscheinlich einer Ohrfeige gleichkommen würde.

An den abschliessenden Turnieren in Basel (ATP 500) und Paris-Bercy (ATP 1000) geht es für die beiden Schweizer Tennishoffnungen also um viel. Vor allem Roger Federer ist nach seinen zuletzt schwachen Auftritten in der Pflicht. Wo sonst, wenn nicht an seinem Heimturnier in Basel soll der Rekordsieger der ATP Finals (6 Titel) zu alter Stärke zurückfinden?

Top Ten ATP-Weltrangliste, Stand 14. Oktober 2013

1. (1.) Rafael Nadal (Sp) 11520
2. (2.) Novak Djokovic (Srb) 11120
3. (4.) David Ferrer (Sp) 6800
4. (3.) Andy Murray (Gb) 6295
5. (5.) Juan Martin Del Potro (Arg) 5525
6. (6.) Tomas Berdych (Tsch) 4340
7. (7.) Roger Federer (Sui) 4245
8. (9.) Jo-Wilfried Tsonga (Fr) 3295.
9. (8.) Stanislas Wawrinka (Sui) 3240.
10. (10.) Richard Gasquet (Fr) 3060.