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Federer schlägt Nadal in drei Sätzen und gewinnt die Swiss Indoors zum 7. Mal

Auch Nadal konnte ihn nicht stoppen: Roger Federer gewinnt zum siebten Mal die Swiss Indoors. Der Baselbieter setzt sich im Final gegen seinen Erzrivalen Rafael Nadal mit 6:3, 5:7, 6:3 durch.

Am Ende fühlte es sich an wie in einem Fussballstadion. Jeder Punkt von Roger Federer wurde gefeiert wie ein Tor, jeder Fehler mit einem kollektiven Aufstöhnen quittiert. Zwischen den Ballwechseln schwappte «die Welle» durch die ausverkaufte St. Jakobsarena. Immer wieder stimmten die Anhänger Schlachtrufe für ihren Liebling an.

Die Stimmung erreichte gegen Ende des dritten und entscheidenden Satzes ihren Siedepunkt – und der Lokalmatador enttäuschte seine Fans nicht.

Roger Federer gegen Rafael Nadal: Das Ende des Swiss-Indoors-Finals in Basel.

Roger Federer gegen Rafael Nadal: Das Ende des Swiss-Indoors-Finals in Basel.

Just in dem Moment, als ihm die Partie zu entgleiten drohte, liess sich Roger Federer vom Zuschauersupport mitreissen und schaffte beim Stand von 4:3 das entscheidende Break im dritten Satz.

Bis sein siebter Turniersieg dann unter Dach und Fach war, musste der Baselbieter noch ein paarmal zittern und einige knappe Linienrichterentscheide gegen ihn über sich ergehen lassen, ehe er die Arme in die Höhe reissen und einen Schrei der Erleichterung von sich geben durfte.

Nach exakt 2 Stunden, 2 Minuten und 59 Sekunden Spielzeit hatte Roger Federer den Angriff seines Erzrivalen auf sein Heimturnier abgewehrt.

Es wurde nach einem sehr guten Beginn des Schweizers dann doch noch die befürchtete Zitterpartie, während der sich immer wieder zeigte, weshalb Federer Zeit seiner Karriere und wohl auch noch in Zukunft grosse Probleme mit seinem spanischen Kontrahenten hatte und haben wird.

Nadal gelang es immer wieder, Federer in die ungeliebten, langen Grundlinienduelle zu verwickeln, in welchen der Titelverteidiger eher früher als später die Geduld verlor und Fehler beging. Besonders fatal war dies im zweiten Satz, als Nadal aus dem Nichts und im dümmsten Moment für Federer ein Break gelang und schliesslich den Durchgang für sich entschied.

Am Ende war das für Roger Federer aber nicht mehr als ein Stolperstein auf dem Weg zum siebten Turniersieg in Basel – oder in den siebten Himmel. Und so durfte sich der Baselbieter in seiner Siegerrede auch fast ein wenig gönnerhaft an Rafael Nadal richten, indem er sagte: «Es war sehr speziell, dass wir in Basel diesen Final mit dir erleben durften!»

Später unterstrich Federer, wie wichtig ihm dieser Triumph gegen seinen Erzrivalen war: «Es war sicher mein schönster oder wichtigster Sieg hier an meinem Heimturnier. Dass ich mit 34 Jahren noch erleben durfte, hier einen Final gegen ihn zu bestreiten, war für mich sehr speziell. Ich glaube, das hat auch das Publikum gespürt.»

Sowieso fand der Superstar einmal mehr lobende Worte für die Unterstützung durch die Zuschauer, die ihn in der kritischen Phase gegen Ende des Spiels förmlich zum Sieg trugen: «Wie sich die Leute mit mir zusammen gegen die Niederlage gestemmt und schliesslich zum Sieg gepeitscht haben, das war sensationell. In dieser Form habe ich das hier in Basel noch nie erlebt.»

Wer Roger Federer in der vergangenen Woche in Basel beobachtet hat, der hegt kaum Zweifel, dass er hier trotz seines für den Spitzensport fortgeschrittenen Alters von 34 Jahren noch einige qualitativ hochstehende Auftritte haben wird. 2018 wird die renovierte St.Jakobshalle wiedereröffnet. Und Federer hofft, dass er in drei Jahren immer noch in alter Frische mitspielen wird: «Es wäre natürlich schön, wenn ich dann immer noch dabei sein könnte. Schliesslich habe ich hier mein erstes grosses Turnier bestritten.»

Die spezielle Nummer 88

Seinen 88. Turniersieg feierte der «Maestro» in gewohnter Manier. Erst gab es Pizza mit den Ballkindern. «Und dann werde ich mir sicher noch ein Glas Champagner gönnen.» Apropos 88: Es ist die Lieblingszahl von Roger Federer, was den siebten Triumph in Basel für ihn noch etwas spezieller macht: «Dass ich Nummer 88 hier geholt habe und auch noch gegen Rafa, das ist wirklich eine schöne Randnotiz. Besser kann es eigentlich gar nicht sein – ausser vielleicht noch in Wimbledon.»

Liveticker Swiss Indoors 2015

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