Wimbledon

Federer putzt Murray weg: «Das war eines der besten Matches meiner Karriere»

Zu gut für Andy Murray: Roger Federer ballt nach seinem Sieg über den Schotten die Faust.

Zu gut für Andy Murray: Roger Federer ballt nach seinem Sieg über den Schotten die Faust.

Roger Federer schlägt Andy Murray in drei Sätzen 7:5, 7:5, 6:4. Der Schlüssel zum Erfolg ist sein Service, analysierte er, um sofort in Richtung Final zu blicken. «Es wird schwierig. Aber ich weiss, dass ich Novak schlagen kann.»

"Das war definitiv eines der besten Matches in meiner Karriere", sagte Federer, der nach seinem insgesamt 18. Grand-Slam-Titel greift: "Ich habe in den wichtigen Momenten sehr gut gespielt. Heute ist alles aufgegangen."

Murray meinte enttäuscht: "Ich habe ziemlich gut gespielt. Er hat sich den Sieg klar verdient. Es ist schwer zu sagen, ob ich bei einer Niederlage schon einmal so gut war."

Andy Murray zeigt sich sichtlich enttäuscht an der Pressekonferenz nach dem verlorenen Spiel gegen Roger Federer.

Andy Murray zeigt sich sichtlich enttäuscht an der Pressekonferenz nach dem verlorenen Spiel gegen Roger Federer.

Der Schotte kämpfte wie besessen um sein drittes Finale, stemmte sich mit der Hilfe des Publikums gegen die Niederlage, doch war letztlich hilflos gegen Federers Spielwitz.

Extraklasse war dabei vor allem der Aufschlag: Federer wählte alle Varianten, die ihm zu Verfügung stehen, mal schnibbelte er ihn mit 165 Kilometern in der Stunde ins Feld, mal servierte er mit mehr als 200 km/h durch die Mitte.

Insgesamt gelangen ihm damit 20 Asse. "Ich habe gegen einen der besten Returnspieler auf der Tour nur einen Breakball zugelassen", resümierte Federer zufrieden.

Derart unter Druck verlor der Murray in den entscheidenden Momenten bei eigenem Aufschlag die Kontrolle. Federer erhöhte den Druck mit seiner starken Vorhand und stürmte an Netz.

Im zweiten Satz wehrte Murray beim Stand von 4:5 fünf Satzbälle ab und rettete sich nach dem Aufschlagspiel, das 15 Minuten dauerte, in die Verlängerung. Das Publikum tobte und schrie – und auch Federer schrie. «Innerlich schrie ich auch, denn ich hatte ja nicht etwa schlecht gespielt. Das Game hielt ihn vorerst im Match.» Als ob es aber das Leichteste auf der Welt sei, gewann Federer das nächste Game zu null und holte sich anschliessend die 2:0-Satzführung.

Federer blieb weiter unwiderstehlich. Nach genau 2:06 Stunden Spielzeit verwandelte er seinen ersten Matchball, in der Box jubelten sein Trainer Stefan Edberg und Ehefrau Mirka ausgelassen.

Djokovic hatte derweil bereits seine Pressetermine nach dem Match gegen Gasquet beendet und bereitete sich auf das 17. Grand-Slam-Finale seiner Karriere vor. Dort kann er mit seinem dritten Titel in Wimbledon mit seinem Trainer Boris Becker gleichziehen - 30 Jahre nachdem dieser als 17-Jähriger seine Sternstunde im Londoner Rasenmekka erlebte.

Djokovic weiss, was gegen Federer auf ihn zukommt, nicht erst seit seinem dramatischen Fünfsatzsieg im vergangenen Jahr. "Er ist der grösste Spieler der Tennis-Geschichte, er liebt es hier zu spielen. Hier in Wimbledon spielt er sein bestes Tennis", sagte Djokovic.

Federer gab die Komplimente zurück: "Novak ist seit Jahren der beste Spieler auf der Tour, er macht es jedem Gegner unheimlich schwierig. Aber ich weiss, dass ich ihn schlagen kann." (sha/sid)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1